Vom Triple A ist Österreich weit entfernt

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Eishockey: Positive und negative Aspekte hielten sich bei der WM in Laibach die Waage.

Müsste sich Österreichs Eishockey einer Rating-Agentur stellen, dann hätte es schon 2004 das Triple A verloren. Damals, bei der WM in Prag, schaffte Österreich zum letzten Mal den Einzug in die Zwischenrunde der besten zwölf Nationen.

Seither gab es einige sportliche Bankrotterklärungen: Bei der WM der Division IA bestätigte sich, dass Österreich über ein gutes B-Rating derzeit nicht hinauskommt. Selbst wenn der Aufstieg mit einem 7:2 über Ungarn gelungen ist. Wenn dieses Team in ähnlicher Besetzung nächstes Jahr bei der A-WM in Finnland und Stockholm nicht über sich hinauswächst, dann wäre alles andere als die Fortsetzung des Paternosterfahrens (Ab- und Aufstiege seit 2005) die logische Folge.

Positive und negative Aspekte hielten sich in Laibach die Waage:

+ Torgefährlichkeit Österreich erzielte in den ersten vier Spielen 22 Treffer. Auch das Powerplay sieht mit einer Erfolgsquote von 40 Prozent gut aus.

+ Disziplin Mit 44 Strafminuten ist Österreich das fairste Team der WM. Das war aber auch nötig, weil das Penaltykilling mit sechs Gegentoren unterdurchschnittlich war.

+ Trainerteam Mit Manny Viveiros, Meister Rob Daum und Vizemeister Christian Weber hat Österreich einen Stab von internationalem Format.

+ Stimmung Einige verdiente Spieler wurden aussortiert, was nicht nur sportliche Gründe hatte. Gregor Baumgartner, einer der drei Über-30-Jährigen, begründet das Stimmungshoch: "Die Jungen blödeln viel. Das ist super. Und sie hinterfragen die Anweisungen des Trainers nicht."

Bullyschwäche Österreich hat ein riesiges Problem auf den Center-Positionen. Außer Thomas Koch haben alle Mittelstürmer eine negative Bullystatistik.

Tormann Österreich ist nicht wegen, sondern trotz Bernhard Starkbaum aufgestiegen. Der Wiener VSV-Tormann hatte in der gesamten Saison weniger schlechte Spiele als hier in Laibach.

Auch wenn sich die Mannschaft den Aufstieg verdient hat, wird sich Teamchef Viveiros die Frage gefallen lassen müssen, ob Österreich dauerhaft auf Spieler wie Oliver Setzinger, Bernd Brückler oder Philippe Lakos verzichten kann.

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Erstellt am 19.04.2012