Sport | Wintersport
10.12.2017

Phänomen Hirscher: 4. Rennen - und bereits 2. Saisonsieg

Der Salzburger, der zur Halbzeit Achter war, rast zum nächsten Sieg.

" Marcel Hirscher nähert sich seiner Bestform" hatte der KURIER in der Sonntag-Ausgabe getitelt und am Ende natürlich wieder einmal Unrecht: Was der 28-jährige Salzburger nämlich am Sonntag im zweiten Lauf des Slaloms von Val d’Isère in den feuchten Neuschnee knallte, das war selbst für den sechsfachen Gesamtweltcupsieger überragend.

Von Platz acht auf eins schob sich Hirscher, "das war sehr überraschend für mich. Im ersten Lauf hatte ich ein paar Fehler, und ich bin einfach nicht gut skigefahren, ich bin oft in Rücklage gewesen." Hirscher war sauer wie selten – und legte beim Sprint aus dem Zielraum eine neue Bestmarke hin.

"Ich habe jede Minute gebraucht zwischen den beiden Läufen. Um meine Fahrt zu analysieren – und um herauszufinden, was ich besser machen könnte." Besser machen heißt: andere Skier, eine andere Einstellung – und so einfach kam der Annaberger zu seinem 47. Weltcupsieg, dem zweiten im vierten Rennen nach dem Knöchelbruch.

Was einfach klingt, ist höchst kompliziert: "Mir fehlen extrem viele Trainingstage", sagt Hirscher, "normalerweise weiß ich, dass bei Bedingung a Ski 17 ideal ist und bei Bedingung b Ski 49. Das geht mir im Moment ab, und – was für mich ziemlich ungewohnt ist – ich bin richtig nervös vor den Rennen."

160 Punkte nimmt Hirscher aus Frankreich mit nach Hause, zwei der letzten drei Rennen hat er gewonnen, am Samstag war er Dritter, im Gesamtweltcup ist er schon Zweiter, elf Punkte hinter dem Norweger Henrik Kristoffersen. "Es ist verrückt, dass wir schon über Punkte reden", weiß Hirscher, der vor allem an einem arbeiten will: dass er künftig auch wieder schnell sein kann, ohne wie am Sonntag an der Grenze des Machbaren unterwegs sein zu müssen.

Knapp vorbei

Grund zur Freude hatten auch andere Österreicher. Michael Matt etwa, der bei starkem und immer feuchterem Schneefall Vierter wurde. "Ich hatte im zweiten Lauf früh einen Fehler und auf diesem stark drehenden Kurs haben sich die Folgen dann bis unten gezogen", bilanzierte der Tiroler, "aber mein Skifahren war schon einiges besser als noch in Levi."

Der Kärntner Marco Schwarz schob sich mit Bestzeit vom 28. auf den neunten Rang, Elfter wurde der Vorarlberger Christian Hirschbühl, der sich wieder in den Fokus rückte – immerhin war der 27-Jährige im Jänner in Wengen Vierter.

Aus und vorbei

Einen Sonntag zum Vergessen erlebte Slalom-Vizeweltmeister Manuel Feller: Zwar zeigte der Tiroler im ersten Lauf mit der besten Zwischenzeit auf – 35 Hundertstelsekunden betrug sein Vorsprung auf Stefano Gross – dann aber rutschte er auf dem Skischuh aus dem Kurs. "Dass ich schnell war, hilft mir nix, entscheidend ist, was auf dem Zettel steht – und da hab’ ich nach zwei Slaloms zwei Nuller. Jetzt muss ich mich auf den Riesenslalom in Alta Badia vorbereiten und dann schauen, dass ich im Slalom in Madonna di Campiglio ein Ergebnis schaffe", erklärte der 25-Jährige. Das Problem dabei: "Wenn ich Tempo rausnehme, bringt das auch nichts – es wird dann eher gefährlicher."

Zuvor sind aber die Kollegen der Hochgeschwindigkeitsabteilung an der Reihe: Schon am kommenden Mittwoch ist das erste Abfahrtstraining auf der Saslong-Piste im Grödnertal angesetzt.

Endstand des Weltcup-Slaloms in Val d'Isere:

1.

Marcel Hirscher (AUT)

1:41,94

Min.

49,55

52,39

2.

Henrik Kristoffersen (NOR)

1:42,33

+00,39

49,41

52,92

3.

Andre Myhrer (SWE)

1:42,34

+00,40

49,21

53,13

4.

Michael Matt (AUT)

1:42,49

+00,55

49,19

53,30

5.

Jonathan Nordbotten (NOR)

1:42,63

+00,69

49,79

52,84

6.

Stefano Gross (ITA)

1:42,70

+00,76

49,00

53,70

7.

Fritz Dopfer (GER)

1:42,89

+00,95

49,53

53,36

8.

Mattias Hargin (SWE)

1:43,00

+01,06

49,38

53,62

9.

Marco Schwarz (AUT)

1:43,10

+01,16

51,01

52,09

.

Sebastian-Foss Solevaag (NOR)

1:43,10

+01,16

49,42

53,68

11.

Christian Hirschbühl (AUT)

1:43,12

+01,18

50,08

53,04

12.

Julien Lizeroux (FRA)

1:43,13

+01,19

49,63

53,50

13.

Jean-Baptiste Grange (FRA)

1:43,28

+01,34

49,68

53,60

14.

Loic Meillard (SUI)

1:43,50

+01,56

50,54

52,96

15.

Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)

1:43,72

+01,78

50,07

53,65

16.

Stefan Hadalin (SLO)

1:43,86

+01,92

51,07

52,79

17.

Pawel Trichischew (RUS)

1:43,89

+01,95

50,42

53,47

18.

Dominik Stehle (GER)

1:43,96

+02,02

50,45

53,51

19.

David Ryding (GBR)

1:44,13

+02,19

50,01

54,12

20.

Clement Noel (FRA)

1:44,19

+02,25

50,51

53,68

21.

Marc Digruber (AUT)

1:44,39

+02,45

50,47

53,92

22.

Alexander Choroschilow (RUS)

1:44,55

+02,61

50,27

54,28

23.

Cristian Deville (ITA)

1:44,58

+02,64

50,96

53,62

24.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

1:44,81

+02,87

49,98

54,83

25.

Philipp Schmid (GER)

1:45,48

+03,54

50,47

55,01

26.

David Ketterer (GER)

1:47,33

+05,39

51,03

56,30

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Manuel Feller (AUT), Daniel Yule (SUI), Manfred Mölgg (ITA)
Ausgeschieden im 2. Durchgang: David Chodounsky ( USA), Erik Read (CAN), Luca Aerni (SUI), Alexis Pinturault (FRA)

Ewige Bestenlisten

Herren:

1. Ingemar Stenmark (SWE) 86 Siege
2. Hermann Maier (AUT) 54
3. Alberto Tomba (ITA) 50
4. Marcel Hirscher (AUT) 47 *
5. Marc Girardelli (LUX) 46
6. Pirmin Zurbriggen (SUI) 40
7. Benjamin Raich (AUT) 36
8. Bode Miller ( USA) 33
. Aksel Lund Svindal (NOR) 33 *
10. Stephan Eberharter (AUT) 29

Gemischtes Weltcup-Erfolgsranking:

1. Ingemar Stenmark (SWE) 86
2. Lindsey Vonn (USA) 77 *
3. Annemarie Moser-Pröll (AUT) 62
4. Vreni Schneider (SUI) 55
5. Hermann Maier (AUT) 54
6. Alberto Tomba (ITA) 50
7. Marcel Hirscher (AUT) 47 *
8. Renate Götschl (AUT) 46
. Marc Girardelli (LUX) 46
10. Anja Pärson (SWE) 42
11. Pirmin Zurbriggen (SUI) 40
12. Marlies Schild (AUT) 37
13. Benjamin Raich (AUT) 36

. Katja Seizinger (GER) 36
* = noch aktiv

Gesamtwertung nach 8 Rennen:

1.

Henrik Kristoffersen (NOR)

285

2.

Marcel Hirscher (AUT)

274

3.

Kjetil Jansrud (NOR)

249

4.

Aksel Lund Svindal (NOR)

245

5.

Beat Feuz (SUI)

208

6.

Alexis Pinturault (FRA)

199

7.

Vincent Kriechmayr (AUT)

198

8.

Aleksander Aamodt Kilde (NOR)

145

9.

Matthias Mayer (AUT)

142

10.

Hannes Reichelt (AUT)

141

11.

Stefan Luitz (GER)

140

12.

Adrien Theaux (FRA)

134

13.

Max Franz (AUT)

131

14.

Peter Fill (ITA)

123

15.

Thomas Dreßen (GER)

122

.

Dominik Paris (ITA)

122

Weiter:

22.

Manuel Feller (AUT)

82

23.

Michael Matt (AUT)

74

27.

Marco Schwarz (AUT)

63

47.

Christian Hirschbühl (AUT)

35

58.

Romed Baumann (AUT)

28

63.

Johannes Kröll (AUT)

20

69.

Christian Walder (AUT)

18

88.

Marc Digruber (AUT)

10

101.

Christoph Krenn (AUT)

4

.

Marcel Mathis (AUT)

4

104.

Otmar Striedinger (AUT)

1

Slalom Herren (2):

1.

Henrik Kristoffersen (NOR)

160

2.

Marcel Hirscher (AUT)

114

3.

Felix Neureuther (GER)

100

4.

Mattias Hargin (SWE)

92

5.

Michael Matt (AUT)

68

6.

Sebastian-Foss Solevaag (NOR)

65

7.

Andre Myhrer (SWE)

60

8.

Loic Meillard (SUI)

58

9.

Stefano Gross (ITA)

53

10.

Fritz Dopfer (GER)

52

11.

Daniel Yule (SUI)

50

.

Luca Aerni (SUI)

50

13.

Marco Schwarz (AUT)

49

14.

Jonathan Nordbotten (NOR)

45

15.

Jean-Baptiste Grange (FRA)

44

Weiter:

16.

Christian Hirschbühl (AUT)

35

29.

Marc Digruber (AUT)

10

Mannschaft Herren (8):

1.

Österreich

1225

2.

Norwegen

1166

3.

Schweiz

748

4.

Frankreich

648

5.

Deutschland

628

6.

Italien

580

7.

Schweden

223

8.

USA

187

9.

Slowenien

138

10.

Kanada

113

11.

Kroatien

34

12.

Russland

23

13.

Großbritannien

12

14.

Finnland

5

Nationencup (16):

1.

Österreich

2227

2.

Schweiz

1705

3.

Norwegen

1422

4.

Italien

1305

5.

Deutschland

1183

6.

Frankreich

987

7.

USA

920

8.

Schweden

545

9.

Liechtenstein

294

10.

Slowenien

289

11.

Slowakei

221

12.

Kanada

194

13.

Tschechien

58

14.

Kroatien

34

15.

Russland

23

16.

Großbritannien

22

17.

Ungarn

18

18.

Niederlande

6

.

Japan

6

20.

Finnland

5