Trainingsstart bei den Capitals

Der neue Wiener Eispalast ist das erste Meisterstück. Besonders die Kabinen haben es den Spielern angetan.

Die Münder blieben am Montag in Wien-Kagran weit offen.

Als Eishockey-Spieler der Vienna Capitals deshalb, weil ihnen bei der ersten Einheit des schwedischen Startrainers Tommy Samuelsson die Luft wegblieb. Oder als Gast, wenn man die umgebaute, auf 7000 Plätze erweiterte, Arena bestaunen konnte. Aus der ehemaligen 4500er-Arena wurde ein echtes Schmuckkästchen. "Das ist ohne Übertreibung eine der besten Eishockey-Arenen in Europa", sagt Samuelsson, der die Luxus-Hallen der schwedischen Elitserien gewohnt ist.

Beim Trainingsauftakt wurde noch an allen Ecken und Enden geschraubt und gemalt. Doch schon am kommenden Donnerstag beim ersten Heimspiel in der European Trophy gegen Kärpät Oulun (Fin), soll so gut wie alles fertig sein.

Die Schweden

Neuanfang: Die Vienna Capitals und ihre vergrößerte Arena.
© Bild: Vienna Capitals

Die Mannschaft der Wiener wird bis dahin noch nicht in guter Form sein können. Der schwedische Coach zeigte schon im ersten Training, dass er großen Wert auf eisläuferische Fähigkeiten legt. Nach 30 lockeren Minuten folgte fast eine Stunde lang Skate-Training, bei dem die fast 30 Spieler für die Sünden des Sommers büßten. "So sind die Schweden", sagte Tormann Reinhard Divis, dessen Kopf nach dem Training sichtbar dampfte.

Der Wiener, zehnfache Meister und ehemaliger NHL-Keeper, ist zum ersten Mal seit 1993 wieder bei einer Wiener Mannschaft. Im Sommer hat er seinen Vertrag in Salzburg aufgelöst. "Ich habe auf viel Geld verzichtet. Aber ich wollte unbedingt bei einer Mannschaft spielen, die etwas gewinnen kann. Auf das Geld kommt es mir nicht an. Ich hab' schon genug verdient", sagte der 36-Jährige, der 2002 bei St. Louis debütierte und somit der erste österreichische NHL-Legionär war. Dass er wegen seiner Erfolge mit Salzburg bei den Wiener Fans nicht besonders beliebt ist, "das kann ich mir vorstellen. Ich bin ja kein Trottel. Aber ich werde damit umgehen können."

Besonders angetan sind die Spieler von den neuen Kabinen, die um ein vielfaches größer geworden und mit Whirlpools und allen Fitness-Möglichkeiten ausgestattet sind. "Das hat NHL-Niveau", sagte Kapitän Benoît Gratton begeistert. "Ich hoffe, die Fans werden genau so viel Spaß in der Arena haben wie wir."

Überraschend haben die Wiener am Montag noch Zuwachs bekommen. Der 20-jährige schwedische Nachwuchs-Teamspieler Filip Gunnarsson wird in der European Trophy getestet.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011