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29.12.2017

Tournee: Kraft in Oberstdorf-Qualifikation Dritter

Hinter Richard Freitag und Junshiro Kobayashi belegte Stefan Kraft beim Tournee-Auftakt den dritten Platz in der Qualifikation.

Stefan Kraft mag Oberstdorf. Der zweifache Sieger des Tournee-Auftaktbewerbs bestätigte am Freitag mit dem dritten Rang in der Qualifikation seine Rolle des Mitfavoriten bei der 66. Auflage. Nach einem Sprung auf 132,5 Meter hatte der Doppel-Weltmeister vor 14.000 Zuschauern 6,2 Punkte Rückstand auf den Deutschen Richard Freitag (130,5 m) und 0,2 auf den Japaner Junshiro Kobayashi (133 m).

Der wechselnde Wind sorgte dafür, dass einige Asse wie Daniel Andre Tande ( Norwegen/20.), Titelverteidiger Kamil Stoch (Polen/28.) und Andreas Wellinger (Deutschland/14.) weiter hinten im Klassement aufschienen als erwartet. Der dreifache Saisonsieger Freitag behielt aber auch bei Rückenwind seinen "Lauf" bei. Er kam trotz kurzem Anlauf auf 130,5 Meter und damit überlegen auf den ersten Platz. Sechs Zähler dahinter folgten sechs Springer innerhalb von 2,1 Punkten.

Vorjahressieger Kraft bewies seine gute Form und auch seine fünf Teamkollegen qualifizierten sich sicher für den Bewerb am Samstag (16.30 Uhr/live ORF eins). Der Salzburger erwies sich einmal mehr als Wettkampftyp, als er nach nicht optimalem Training in der Spitze mitmischte.

"Wir geben nicht auf"

"Ich habe das erste Mal den Schanzentisch erwischt. Es war noch ein bisschen verhalten und kontrolliert, aber allgemein eine super Quali", sagte der 24-Jährige, der bei kurzem Anlauf, aber Windstille gesprungen war. Nach ihm hatten Stoch, Tande und Co. schlechtere Bedingungen. Freitags Leistung nötigte auch Kraft Bewunderung ab: "Er kann sich fast nur selber schlagen. Aber wir geben nicht auf, vielleicht wird er nervös und macht Fehler."

Von den übrigen Österreichern verzeichnete Michael Hayböck eine Steigerung. Der Oberösterreicher hatte in den drei vergangenen Jahren in Oberstdorf jeweils Podestplätze erreicht. Diesmal war er nach bisher mäßigen Leistungen nach einem Bänderriss im Knöchel auch mit dem 13. Platz (130 m) zufrieden. "Es tut gut, wenn man runterkommt und vorne zu finden ist. Das passt, darauf lässt es sich aufbauen", sagte der Vorjahres-Dritte.

Manuel Fettner (23.), Clemens Aigner (24.) und Daniel Huber (29.) zeigten solide Sprünge, Gregor Schlierenzauer wurde mit ähnlich starkem Rückenwind wie Debütant Aigner 35. "Es war von den Bedingungen schwierig und am Tisch war es nicht so sauber", sagte der zweifache Gesamtsieger, der im ersten Training Siebenter war. "Ich werde in Ruhe analysieren, was der Unterschied zwischen dem ersten Trainingssprung und der Quali war, und es dann morgen umsetzen."