Lindsey Vonn musste am Samstag abtransportiert werden.

© APA/AFP/STR

Ski Alpin
02/27/2016

Vonn erleidet bei Sturz Haarriss im Knie

Die US-Amerikanerin wollte trotz der Diagnose einen Start in der Kombi nicht ausschließen.

Lindsey Vonn hat sich bei ihrem Sturz im Super-G am frühen Samstagnachmittag einen Haarriss im linken Knie zugezogen. Das gab die US-Amerikanerin nach einer Röntgen-Untersuchung via Facebook (siehe unten) bekannt. Eine Magnetresonanztomographie am Montag soll nähere Erkenntnisse bringen.

Gleichzeitig schrieb Vonn, dass sie bis Sonntagfrüh abwarten werde, um dann eine Entscheidung über einen möglichen Start in der Kombination zu treffen. Angesichts der Diagnose wäre ein Antreten aber eine Überraschung.

Zuvor hatte auch US-Damen-Chefcoach Paul Kristofic nicht ausschließen wollen, dass Vonn am Sonntag antritt. "Wir arbeiten hart an einem Start morgen", versicherte Kristofic. "Sie ist ein harter Knochen, man sollte nie unterschätzen, wozu sie in der Lage ist."

Der Sturz zog zumindest leise Kritik Kristofics nach sich. "Wir müssen eine klare Rennlinie haben, die von Schnee befreit ist. Und wir müssen anerkennen, dass manche Athleten in den Kurven weiter hinauskommen, wenn sie an ihre Grenzen gehen. Und diese weiten Linien müssen frei sein. Da sind wir heute in Probleme gekommen", meinte er.

"Borderline"

Die FIS konterte den US-Vorwurf nicht zuletzt mit dem Hinweis auf Vonns extreme Linien. "Dass Vonn an einer 'borderline' Rennen fährt, wissen wir alle. Wenn es solche Verhältnisse gibt, dann ist sie immer dabei, weil sie immer am Limit oder über dem Limit unterwegs ist", meinte Markus Mayr in Vertretung von FIS-Renndirektor Atle Skaardal. "Ich habe mir das genau angeschaut, und ich denke, dass es keinen Vorwurf geben darf, dass es nicht fahrbar war."

Auch Jürgen Kriechbaum sah es ähnlich. "Man trachtet schon danach, dass nicht nur die Ideallinie gut gerutscht ist", betonte der ÖSV-Damen-Rennsportleiter. "Aber das passiert bei vielen Rennen so, gerade bei Super-Gs und Abfahrten, wenn so viel Neuschnee ist wie heute, dass nicht alles super gerutscht ist. Meines Wissens nach ist dem Sturz ein technischer Fehler vorausgegangen, deswegen ist sie dann auch in den gerutschten Schnee gekommen. "

Aus österreichischer Sicht zeigte sich Kriechbaum nicht unzufrieden. "Es war ein bisserl ein Nummernrennen, das hat man deutlich gesehen. Die Tammi (Tippler, Anm.) hat die Gunst der Stunde perfekt genutzt", meinte er zu Platz drei, der die ÖSV-Bilanz rettete.

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