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Sport Wintersport Ski-WM 2019
02/06/2019

Erste Medaille für ÖSV: Kriechmayr holt Silber im Super-G

Der Italiener Paris siegt knapp vor ÖSV-Fahrer Kriechmayr und dem Franzosen Clarey. Mayer und Reichelt schieden aus.

Der Italiener Dominik Paris hat bei den Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Aare die erste Herren-Entscheidung gewonnen. Paris sicherte sich in 1:24,20 Minuten den Sieg im Super-G. Ähnlich wie beim Rennen der Frauen am Tag zuvor wurde auch dieses Rennen zu einem Hundertstel-Krimi.

Doch diesmal hatte das ÖSV-Team Grund zum Jubeln: Vincent Kriechmayr schaffte mit Startnummer neun den Sprung auf das Podest, wurde mit neun Hundertstel Rückstand Zweiter. Ex aequo mit dem Franzosen Johan Clarey. Für Kriechmayr war es die erste Medaille bei einem Großereignis.

"Es war oben gut und unten gut. Der Mittelteil war nicht so, wie ich es mir vorgenommen habe. Mich wurmt es, dass ich den Mittelteil nicht gut gefahren bin. Aber heute musste man riskieren, die Sicht war nicht leicht", erklärte Kriechmayr im ORF-Interview. Die Freude über seine erste Medaille bei einem Großereignis war aber ungetrübt. "Als ich gesehen habe, wie die Sonne herauskommt, habe ich schon noch g'scheit geschwitzt. Ich freu mich irrsinnig", sagte Kriechmayr. Mit ihm freute sich ÖSV-Sportdirektor Hans Pum: "Wir sind natürlich alle froh und glücklich. Das ist ja das Ziel, dass man einen aufs Stockerl bringt. Das ist bei dieser Dichte gar nicht so leicht." 

Geschlagen geben musste er sich nur Paris, der seit Jahresende mit dem Doppelsieger in Bormio und dem Triumph in der Abfahrt von Kitzbühel in den Speed-Bewerben überzeugt hat. Der 29-Jährige bejubelte in 1:24,20 Minuten seine zweite Medaille bei Großereignissen nach WM-Silber in der Abfahrt von Schladming 2013. "Ein großartiger Tag. Mir fehlen momentan ein bisschen die Worte", meinte Paris.

Auf Medaillenkurs ausgeschieden

Hinter dem Südtiroler freute sich auch Clarey über Platz zwei, womit er mit 38 Jahren und 29 Tagen zum ältesten WM-Medaillengewinner der Geschichte wurde. "Das ist eine wirklich große Überraschung für mich", sagte der Franzose. "Ich habe gar nicht gewusst, dass ich der älteste Medaillengewinner bin, aber das ist völlig okay für mich."

Aus rot-weiß-roter Sicht klaffte hinter Kriechmayr ein großes Loch. WM-Debütant Daniel Danklmaier landete mit 1,08 Sekunden Rückstand um Rang 20. Der Kärntner Olympiasieger Matthias Mayer schied kurz nach der zweiten Zwischenzeit auf Medaillenkurs liegend aus, auch Routinier Hannes Reichelt verpasste ein Tor. "Es zipft mich brutal an. Es wäre sicherlich alles drinnen gewesen. Der Speed war super, das Material war super", ärgerte sich Mayer. "Ich bin ein bisschen zu direkt reingefahren. Ich habe vorher im Fernsehen gesehen, dass alle eigentlich zu rund sind. Es ist sich aber leider nicht ausgegangen", beschrieb der Olympiasieger seinen Ausfall.

Reichelt analysierte ebenfalls enttäuscht: "In der Traverse bin ich ein bisschen zu tief geworden, danach wollte ich alles riskieren. Es (das Aus) war eher die Folgeerscheinung von oben, dass ich mehr riskiert habe, als möglich gewesen ist."

Nach dem Rennen sorgte bei den Athleten aber die schlechte Sicht für Diskussionen. So auch beim Silbernen Vincent Kriechmayr: "Es war wirklich sehr schwierig, man hat nichts gesehen." So sei es stellenweise sehr dunkel auf der Strecke gewesen: "Wenn man nichts sieht, macht es das auf keinen Fall leichter."

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