Sport | Wintersport
15.03.2016

Paris-Verletzung und der Schnee lassen Svindal hoffen

Paris zog sich im Training einen Muskelfaserriss zu, will aber in der Abfahrt starten.

Die finale Weltcup-Abfahrt der Herren am Mittwoch in St. Moritz (10.00 Uhr) könnte zum Geduldsspiel für die noch um die kleine Kugel kämpfenden Athleten werden. Schneefall ist angesagt, findet das Rennen auf der neuen WM-Strecke nicht statt, darf sich der verletzte Norweger Aksel Lund Svindal Disziplinsieger nennen. Er führt punktgleich mit Peter Fill (ITA), hat aber mehr Siege auf dem Konto.

FIS-Herren-Chef-Renndirektor Markus Waldner stellte angesichts der Wetterprognosen klar, dass die Herren-Abfahrt auf jeden Fall Priorität hat. Bei den Damen ist die Entscheidung ja bereits gefallen.

Laut Prognose werden bis zu zehn Zentimeter Neuschnee erwartet, zudem soll am Vormittag starker Wind wehen. Erst am Nachmittag sollen sich die Verhältnisse deutlich bessern, falls sich dann nur noch ein Rennen ausgeht, wird jenes der Damen (geplanter Start: 11.30 Uhr) ersatzlos gestrichen.

"Wir entscheiden um 09.00 Uhr, ob die Startzeit 10.00 Uhr hält. Falls nicht, werden wir immer um eine Stunde verschieben, ab Mittag dann im Halbstundentakt", sagte Waldner. "Wir wollen die Kugel auf der Piste vergeben. Für fünf Leute ist das ein sehr wichtiger Tag. Wir wollen, dass alles fair abläuft."

Fragezeichen hinter Paris-Start

Ein Fragezeichen steht hinter dem Start des nur vier Zähler hinter Fill liegenden Dominik Paris, der zuletzt in Chamonix und Kvitfjell gewonnen hat. Der 26-Jährige stürzte im Dienstagtraining, humpelte aus dem Zielraum und wurde zur MRI-Untersuchung gebracht. Trotz eines Muskelfaserrisses im linken Gesäßmuskel sowie einer Prellung am Schienbein hat der Italiener ein Antreten in der letzten Abfahrt nicht abgeschrieben.

Ebenfalls noch mit rechnerischen Chancen auf die Kugel sind der Norweger Kjetil Jansrud, der 54 Zähler hinter den Spitzenduo liegt, und der Franzose Adrien Theaux (66). Bester Österreicher ist Hannes Reichelt als Zehnter.

"Das wird nicht leicht mit einer Kugel. Ich muss gewinnen und die anderen müssen Fehler machen, so was wünscht man aber nicht. Ich will einfach selbst gut fahren und um den Sieg kämpfen, das wäre cool", sagte Jansrud, der hofft, dass es nicht zur Rennabsage kommt. "Aber es wäre schon cool und ein bisschen poetisch, wenn Aksel gewinnt, wenn wir nicht fahren können."

Fahrer hatten Probleme mit dem "Labyrinth"

Im einzigen Abfahrtstraining hatten viele Rennläufer Probleme: mit der kurzen Besichtigungszeit von einer Stunde, mit den vielen blauen Linien auf der Strecke und den "versteckten" Toren. Da die Damen - anders als nächstes Jahr bei der WM - heuer ebenfalls auf der "Corviglia" ihr Rennen bestreiten, die Linienführung aber anders ist, sind viele Teile auf der Piste eingefärbt.

"Ich finde es nicht gut, wenn die Damen und Herren verschiedene Läufe so eng nebeneinander haben, und der ganze Berg ist nur noch blau. Das ist wie ein Labyrinth da runter", sagte etwa Otmar Striedinger. "Das war nicht optimal heute, die Besichtigungszeit war viel zu kurz. Ich war erst im letzten Drittel und da hieß es, nur noch fünf Minuten. Dem Hannes, dem Romed, es ging allen gleich", sprach Vincent Kriechmayr auch für seine Teamkollegen Reichelt und Romed Baumann. Wegen der nahenden Schlechtwetterfront war das Programm am Dienstag komprimiert worden.

"Es war schon ein bisschen eine Herausforderung. Es gibt so viele Möglichkeiten der Kursführung da runter, diese Variante bin ich noch nie gefahren. Eine Stunde Besichtigung ist nicht gerade viel. Und weil hier auch die Damen fahren, musst du dich zusätzlich konzentrieren, dass du die blauen Linien auseinanderkennst, das war brutal schwierig. Nach zwei Drittel ist mir wie vielen die Zeit ausgegangen, unten bin ich auf Verdacht gefahren", erklärte Baumann.

Während viele oben ein Tor ausließen, verirrte sich Reichelt kurioserweise im Zielhang. "Ich habe mich voll verfahren, ich habe keine Ahnung, warum mir das passiert ist", meinte der Salzburger, der nach seiner Grippeerkrankung die Antibiotika abgesetzt hat und sich "halbwegs gut" fühlt.