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26.04.2017

ÖSV-Umstrukturierung: "Gibt keine Ausreden mehr"

Der ÖSV investiert eine Million Euro in eine Reform: Kleinere Gruppen sollen große Erfolge garantieren.

"Der Erfolgshunger des Präsidenten treibt uns an." ÖSV-Direktor Hans Pum lässt keinen Zweifel, wer die treibende Kraft hinter einer der umfangreichsten Reformen der Verbandsgeschichte ist. Kleinere Trainingsgruppen mit fünf bis sieben Athleten, eine individuellere Betreuung, ein eigenes Trainerteam für die verletzten Sportler – das sind die Eckpfeiler dieser weitreichenden Veränderungen, die im ÖSV-Alpinteam vor dem Olympiawinter vorgenommen wurden.

Mehr als eine Million Euro lässt sich Präsident Peter Schröcksnadel die Reform kosten, die u.a. einen neuen Herren-Speedcoach (Sepp Brunner, zuletzt Chef der Schweizer) und bekannte Nachwuchstrainer (Manfred Pranger, Georg Streitberger) mit sich bringt. Am Ende kommt nun fast auf jeden Athleten ein Betreuer. Die beeindruckenden Kennzahlen des Teams: 108 Sportler, 18 Trainingsgruppen, 68 Trainer und Betreuer, 28 Serviceleute. Über die Maßnahmen sprach der KURIER mit Peter Schröcksnadel, der 75-jährige Tiroler über ...

... die Notwendigkeit der Reform

"Wir hatten eine sehr gute WM, aber der Weltcup ist nicht so verlaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Die kleineren Nationen nehmen uns die Siege und Punkte weg. Deshalb müssen wir dringend gegensteuern, wenn wir in Zukunft konkurrenzfähig bleiben wollen."

... die Erkenntnisse aus dem vergangenen Winter

"Ich war mit der Einstellung einiger Athleten und Trainer nicht zufrieden. Ich bin zum Beispiel allergisch, wenn wir bei den Damen den Nationencup nicht mehr gewinnen. Für mich hat der Nationencup einen großen Wert. Wenn wir da nicht vorne liegen, dann sind wir nicht mehr die Skination Nummer eins. Da nützt Marcel Hirscher auch nichts."

... die Finanzierung der umfassenden Maßnahmen

"Das kostet uns einiges, aber das geht alles. Wir haben mit den Finanzen nie ein Problem, der ÖSV hat keine Schulden."

... die Vorgaben an die Sportler

"Der Athlet hat jetzt alle Voraussetzungen, jetzt muss er Leistungen bringen. Es gibt jetzt keine Ausreden mehr. Wir werden sehen, wie sich alles entwickelt und wie fleißig sie sind. Wenn sie nicht gut fahren, dann wird es zum Thema, dass sich die Athleten an den Kosten beteiligen müssen. Dann sollen sie Hotels selbst bezahlen. Der Verband hat keine Verpflichtung, das zu machen."

... die sportlichen Ziele

"Mehr Podestplätze, mehr Punkte, mehr Medaillen. Mir ist auch der Teambewerb sehr wichtig: Das muss man speziell trainieren, und das haben wir bisher zu wenig getan. Das gleiche gilt für die Super-Kombination: Das sind die einfachsten Medaillen. Die Schweiz hat da vier Medaillen geholt, wir haben darauf zu wenig Wert gelegt. "