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Ski alpin
03/05/2016

Hirscher zum fünften Mal in Folge Gesamtweltcup-Sieger

Der Salzburger sichert sich mit dem RTL-Sieg in Kranjska Gora die große Kristallkugel.

Glauben wird er es erst, wenn er den Pokal in Händen hält, betonte Marcel Hirscher auf der Pressekonferenz nach seinem Riesentorlaufsieg in Kranjska Gora. Gratulationen zum fünften Gesamtweltcupsieg nahm er jedoch bereits an. In der Hoffnung, auf die Worte von Henrik Kristoffersen und Alexis Pinturault vertrauen zu können, die ihn mit dem jeweils genannten Restprogramm nicht mehr einholen können.

Hirscher feierte im Schneetreiben auf dem Podkoren bei sehr schwierigen Pisten- und Sichtverhältnissen den 38 Weltcupsieg seiner Karriere, nach vier Riesentorlauf-Erfolgen en suite von Pinturault, verwies er mit zweimal Laufbestzeit den Franzosen dieses Mal um 0,53 Sekunden auf Platz zwei und den Norweger Kristoffersen um 1,59 auf Platz drei.

Hirscher schloss mit dem fünften Gesamtweltcupsieg zu Rekordhalter Marc Girardelli aus Luxemburg auf, fünf Erfolge in Serie sind zuvor aber noch keinem Rennläufer gelungen. Der 27-jährige Salzburger sicherte sich zudem vorzeitig auch seine dritte kleine Kugel für den Gewinn der Riesentorlaufwertung.

Rechnerisch nicht mehr einzuholen

Zwar sind in Kranjska Gora, Kvitfjell und St. Moritz noch sieben Rennen zu fahren, Hirscher ist aber rechnerisch von seinen Verfolgern nicht mehr einzuholen, weil diese nächste Woche nicht zu den Speed-Bewerben nach Norwegen reisen und auch in der Finalwoche in der Schweiz nicht alle Rennen fahren werden.

Hirscher hat deshalb schon mehr als die benötigten 300 Punkte Vorsprung auf Kristoffersen und 400 auf Pinturault. "Mathematisch ist es noch möglich, dass ich eingeholt werde. Es ist ein bisschen eine komische Situation. Alexis und Henrik haben hoffentlich die Wahrheit gesagt", sagte Hirscher, weiß aber freilich, dass das Wort der Konkurrenten Gewicht hat und sein Triumph am 20. März amtlich werden wird.

Hirscher sprach von einem der unruhigsten Riesentorläufe überhaupt. "Der erste Lauf war so schlagig, sehr eisig. Der zweite Lauf war verkürzt, aber es war nicht leicht, für uns alle nicht. Ich habe die Leute schreien gehört und gewusst, dass Alexis einen wirklich, wirklich guten Job gemacht hat und führt und dass Henrik am Podium ist. Ich wusste, es ist Zeit für 'all in'. Ich wusste, ich habe die Möglichkeit, etwas für den Gesamtweltcup klar zu machen. Der Sieg heute war sehr speziell."

Pinturault zollte dem Sieger Respekt: "Viermal in Folge zu gewinnen, war unglaublich für mich. Es war ein gutes Rennen von mir, Marcel war am Ende stärker." Und Kristoffersen meinte auf die Frage, was das Geheimnis von Hirscher sei: "Das wüsste ich auch gern."

Ein Salzburger schreibt Ski-Geschichte neu:

Marcel Hirscher

Marcel Hirscher

Marcel Hirscher

Marcel Hirscher

Marcel Hirscher

Marcel Hirscher

Marcel Hirscher

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: MEDAILLENFEI

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Marcel Hirscher…

Zwei in den Top Ten

Nach dem zweiten Rang am Freitag landete Philipp Schörghofer am Samstag an sechster Stelle, um drei Ränge hatte er sich im Finale noch verbessert. "Heute habe ich mir ein bisserl schwerer getan, es war ein komplett anderer Tag als gestern, ich habe mich viel mehr plagen müssen, aber ich bin zufrieden."

Mit drittbester Laufzeit hinter Hirscher und Pinturault kam Manuel Feller noch von Rang zwölf auf sieben. "Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Das Coole ist, dass ich jetzt die Top 15 abgesichert habe, wer hätte sich das am Anfang der Saison gedacht", meinte der Tiroler. Über das Duell Hirschers mit Pinturault sagte er: "Die zwei da vorne sind schon noch einmal eine eigene Liga, da werden wir schon noch ein bisschen brauchen, bis wir da mitfahren können."

Moser-Pröll: "So konstant die Rennen zu fahren, das ist ganz gewaltig"

Marcel Hirscher: "Ich kann mir das noch nicht vorstellen, kenne keine Punktestände. Ich glaube das erst, wenn ich es mir mit allen Eventualitäten durchrechnen kann. Ich bin ein bisschen sprachlos. Da wird schon sehr viel Last von mir fallen. Das ist ganz was Spezielles. Besonders möchte ich mich privat bei der Laura und der Familie bedanken, die müssen mich aushalten, mehr als alle anderen, mit denen ich zusammenarbeite. Die letzten Riesentorläufe waren alles andere als leicht. Endlich stehe ich wieder ganz oben. Ich habe sicher gescheit riskiert, den Arsch zusammengezwickt. Im Slalom-Weltcup kann sich der Henrik (Kristoffersen, Anm.) nur noch selbst schlagen."

Ferdinand Hirscher (Vater und Betreuer): "Es herrscht große Freude. Aber Erfolg verpflichtet auch zu Bescheidenheit. Der Marcel hat es über einige Jahre zusammengebracht, immer das Beste zu geben. Mein Anteil ist minimal. Der Marcel muss die Nerven haben. Das ist teilweise ziemlich schwierig, wenn er so einen Druck hat."

Henrik Kristoffersen (erster Verfolger von Hirscher im Gesamt-Weltcup) zu seinen restlichen Saisonplänen: "Ich werde nur noch drei Rennen fahren." Zu Hirscher meinte der Norweger voller Bewunderung: "Ein unglaublicher Skifahrer. Der fünfte Titel, das ist ganz unglaublich." Zu sich selbst: "Ich hoffe, dass ich im Gesamtweltcup Top drei bin, da bin ich wirklich zufrieden." Zum Slalom am Sonntag: "Ich bin für morgen wirklich angriffslustig. Ich denke, der Marcel will auch einen Slalomsieg."

Andreas Puelacher (Herren-Rennsportleiter ÖSV): "Ich bin sehr stolz. Pinturault hat schon einiges vorgelegt, das war sensationell heute. Hut ab vor diesem Skifahren."

Michael Pircher (Trainer von Hirscher): "Ich bin glücklich. Ich habe bei jedem Schwung im zweiten Durchgang nur noch geschrien, da ist es um soviel gegangen. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Wenn es um die 'Wurscht' geht, dann schnappt er zu. In solchen Situationen ist er schon extrem cool."

Bundeskanzler Werner Faymann (via Aussendung): "Marcel Hirscher ist ein Ausnahmesportler und eine großartige Persönlichkeit. Ich habe größten Respekt vor seinen Leistungen. Den Weltcup fünf Jahre lang in Folge zu dominieren, ist ein Meisterstück, zu dem ich nur auf das Allerherzlichste gratulieren kann."

Sportminister Hans Peter Doskozil: "Marcel Hirscher hat heute Historisches geschafft. Erstmals in der Geschichte des alpinen Skiweltcups konnte ein Läufer fünfmal in Folge den Gesamtweltcup gewinnen. Mit seiner unglaublichen Konstanz und Nervenstärke konnte er auch heute die extrem starke Konkurrenz auf Distanz halten und sich auch vorzeitig die kleine Kristallkugel im Riesentorlauf holen. Ganz Österreich freut sich über diese großartige Leistung."

Franz Klammer (Abfahrts-Olympiasieger von 1976) über Marcel Hirscher: "Unglaublich, mit welcher Konstanz er die letzten fünf Jahre gefahren ist. Er war immer da, wenn es notwendig war. Man kann ihm nur gratulieren und staunen."

Annemarie Moser-Pröll (Österreichs Jahrhundertsportlerin): "Sensationell, wie er das geschafft hat. So konstant die Rennen zu fahren, das ist ganz gewaltig. Er ist jetzt fünf Jahre hintereinander der Beste gewesen, das ist gigantisch. Das kann ich als Läuferin, die das selbst geschafft hat, abschätzen."

Karl Schranz (Weltcup-Gesamtsieger 1969 und 1970, der erste aus Österreich): "Sensationell, das ist natürlich eine einmalige Geschichte, die er da geschafft hat, da kann man nur gratulieren. Für den Weltcup ist das nicht so gut, dass da keine Konkurrenz da ist. Da muss die FIS was tun, um das wieder interessanter zu machen, sonst verliert der Weltcup an Interesse. Ich würde vorschlagen, man muss in allen Bewerben punkten können, das habe ich schon in meiner Zeit gesagt. Und Marcel ist auf alle Fälle dazu fähig. Man hat ja im Super-G gesehen, dass er da voll da ist. Und in der Abfahrt macht er sicher eine bessere Figur als Ingemar Stenmark."

Anna Fenninger (Weltcup-Gesamtsiegerin 2014 und 2015 sowie Super-Olympiasiegerin 2014): "Bei der unglaublichen Leistung kann man einfach nur staunen. Ich glaube da verschlägt es uns allen die Sprache. Der Marcel hat Historisches geschafft, das ist echt phänomenal - und er hat meinen allergrößten Respekt."

Philipp Schörghofer (ÖSV-Teamkollege von Hirscher): "Unglaublich. Ich habe es schon vor der Saison gesagt. Jedem, der mich fragte. Der Kristoffersen ist dem noch nicht gewachsen, glaube ich. Aber er ist auch gut."

Manuel Feller (ÖSV-Teamkollege von Hirscher): "Jetzt hat er es fixiert, unglaublich. Für mich ist es unverständlich, wie man so eine Konstanz zeigen kann über so viele Jahre. Und vor allem mit dem Pensum, das er fährt. Slalom, Riesentorlauf, Kombi, dann fährt er wieder einen Super-G. Und was er trainiert, den Umfang, das halten die meisten normalen Menschen gar nicht aus. So viele Kugeln, das kann sich ein Außenstehender gar nicht vorstellen, was das für einen brutalen Stellenwert hat und was da für Arbeit dahinter ist, dass so was möglich ist."

Dominic Thiem (Shooting-Star der Tennis-Szene): "Marcel Hirscher ist ein unfassbarer Athlet, der es, denke ich, in allen Sportarten nach oben geschafft hätte, weil er so ein harter Arbeiter ist. Für ihn natürlich ein Glück, dass er Skifahrer ist in Österreich, auch finanziell sicher (lacht). Wenn man fünf Mal hintereinander den Gesamt-Weltcup gewinnt, ist das eine Riesen-Sache und herzliche Gratulation an ihn. Er ist ein Aushängeschild für Österreich."

Marcel Hirscher (27 Jahre)

Geboren am 2. März 1989 in Hallein/Salzburg
Wohnort: Annaberg/Salzburg
Größe/Gewicht: 1,73 m/70 kg
Familienstand: ledig, Freundin Laura
Ski: Atomic
Verein: Skiclub Annaberg
Hobbys: Motocross, Kajak, Musik
Homepage: www.marcelhirscher.at

Größte Erfolge:

Weltcup: Gesamtsieger 2011/12, 2012/13, 2013/14, 2014/15, 2015/16 Riesentorlauf-Weltcupsieger 2011/12, 2014/15, 2015/16 Slalom-Weltcupsieger 2012/13, 2013/14, 2014/2015 38 Siege (17 Slalom, 18 Riesentorlauf, 1 Super-G, 2 City Event)

Olympia: Silber Slalom 2014, 4. Riesentorlauf 2010 und 2014, 5. Slalom 2010

WM: Gold Alpine Kombination 2015 Gold Slalom 2013 und Teambewerb 2013 und Teambewerb 2015 Silber Riesentorlauf 2013 Silber Riesentorlauf 2015 4. Riesentorlauf 2009

Junioren-WM: Gold Riesentorlauf 2007 und 2008 sowie Slalom 2008 Silber Slalom 2007 und Super-G 2009 Bronze Riesentorlauf 2009

Europacup: Gesamt- und Slalom-Sieger 2007/08

Sonstiges: Österreichs "Sportler des Jahres 2012" Österreichs "Sportler des Jahres 2015" "Welt-Skifahrer" 2012 und 2015

Weltcup-Riesentorlauf in Kranjska Gora

1.

Marcel Hirscher (AUT)

2:12,58

Min.

1:13,92

58,66

2.

Alexis Pinturault (FRA)

2:13,11

+00,53

1:14,33

58,78

3.

Henrik Kristoffersen (NOR)

2:14,17

+01,59

1:15,01

59,16

4.

Felix Neureuther (GER)

2:14,38

+01,80

1:14,57

59,81

5.

Thomas Fanara (FRA)

2:14,49

+01,91

1:14,82

59,67

6.

Philipp Schörghofer (AUT)

2:14,61

+02,03

1:15,41

59,20

7.

Manuel Feller (AUT)

2:14,70

+02,12

1:15,70

59,00

8.

Loic Meillard (SUI)

2:14,94

+02,36

1:15,90

59,04

9.

Stefan Luitz (GER)

2:14,97

+02,39

1:15,40

59,57

10.

Justin Murisier (SUI)

2:15,09

+02,51

1:15,26

59,83

11.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

2:15,22

+02,64

1:15,25

59,97

12.

Leif Kristian Haugen (NOR)

2:15,29

+02,71

1:15,51

59,78

13.

Mathieu Faivre (FRA)

2:15,50

+02,92

1:16,34

59,16

14.

Marcus Sandell (FIN)

2:15,65

+03,07

1:15,91

59,74

15.

Fritz Dopfer (GER)

2:15,67

+03,09

1:15,66

1:00,01

16.

Zan Kranjec (SLO)

2:15,91

+03,33

1:15,86

1:00,05

17.

Florian Eisath (ITA)

2:16,06

+03,48

1:16,71

59,35

18.

Massimiliano Blardone (ITA)

2:16,19

+03,61

1:16,76

59,43

19.

Riccardo Tonetti (ITA)

2:16,54

+03,96

1:16,92

59,62

20.

Roberto Nani (ITA)

2:17,33

+04,75

1:17,01

1:00,32

21.

Krystof Kryzl (CZE)

2:17,41

+04,83

1:17,27

1:00,14

22.

Carlo Janka (SUI)

2:17,47

+04,89

1:16,42

1:01,05

.

Manfred Mölgg (ITA)

2:17,47

+04,89

1:17,37

1:00,10

24.

Filip Zubcic (CRO)

2:17,52

+04,94

1:17,07

1:00,45

25.

Eemeli Pirinen (FIN)

2:17,68

+05,10

1:17,38

1:00,30

26.

Stefan Brennsteiner (AUT)

2:17,71

+05,13

1:17,28

1:00,43

27.

Adam Zampa (SVK)

2:17,73

+05,15

1:17,39

1:00,34

28.

Christian Hirschbühl (AUT)

2:17,94

+05,36

1:17,49

1:00,45

29.

Dominik Schwaiger (GER)

2:18,22

+05,64

1:17,55

1:00,67

30.

Ryan Cochran-Siegle (USA) *

2:24,48

+11,90

1:16,86

1:07,62

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Christoph Nösig (AUT), Steve Missillier (FRA), Luca de Aliprandini (ITA), Cyprien Richard (FRA), Aleksander Aamodt Kilde (NOR)
Disqualifiziert im 1. Durchgang: Roland Leitinger (AUT)
* Keine Weltcup-Punkte wegen zu großen Rückstands für Cochran-Siegle

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