Sport | Wintersport
20.04.2017

Hirschers Präsident kündigt Reformen an

Im Soge des Weltcupsiegers: Österreichs Verband wird kräftig umgekrempelt.

Erstmals in diesem Jahr gab’s für Marcel Hirscher keine gute Zwischenzeit. Wegen heftigen Schneefalls kam der aktuell weltbeste Schneesportler zu der eigens für ihn organisierten Nobelparty zu spät. "Ich war einer von 2000 Leuten , die auf der A1 im Stau stecken geblieben sind", sagte Marcel Hirscher in Wien 2, wo im 18. Stock Entscheidungsträger aus Sport und Wirtschaft auf ihn warteten.

Raiffeisen-Marketingchef Leo Pruschak hatte Hirschers sechs Gesamtweltcup-Trophäen über den Dächern von Wien ausstellen lassen. Durchaus möglich, dass der alpine Rekordmann aus dem Salzburger Lammertal auch noch ein siebenter Streich gelingt. Denn:

Hirscher, 28, wird weiterfahren. Wird auch im kommenden Olympiawinter starten. Wird dafür – wie in den Jahren zuvor – wie ein Besessener trainieren, "obwohl es von Jahr zu Jahr zacher wird" (O-Ton Hirscher) und er sich deshalb noch für weitere Wochen eine verdiente Auszeit nimmt.

Ausgetrickst

Nach dem Weltcup-Finale in Aspen ( Colorado) hatte Hirscher alle im Glauben gelassen, dass er mit Freundin Laura irgendwo in der Südsee oder in der Karibik untertaucht. In Wahrheit zog er geruhsame Tage vor der eigenen Haustür vor. Es sei sehr schön gewesen, einmal daheim ungestört relaxed zu machen. "Urlaub in Balkonien, wie es bei euch heißt."

Prominente Zuhörer wie Olympia-Präsident Karl Stoss, Fußball-Präsident Leo Windtner und Fußball-Teamchef Marcel Koller nickten verständnisvoll.

Neben Hirscher und Raiffeisen-PR-Chef Pruschak, der in Geldangelegenheiten wie immer in den letzten Erfolgsjahren Marcels erster Ansprechpartner bleibt, stand ein guter gelaunter ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel am Podium.

Der 75-jährige Senioren-Weltmeister selbst hat, nachdem er zuletzt in internen Rennvergleichen sämtliche 50-Jährige hinter sich gelassen hatte, die Skier trotz der Rückkehr des Winters endgültig in den Keller gestellt. Und sich aufs Planen von Reformen konzentriert.

Schröcksnadel kündigt umfangreiche Umstrukturierungen innerhalb des österreichischen Ski-Verbandes an, die er am nächsten Mittwoch in Wien der Öffentlichkeit verraten will. Laut Insidern werde es dabei auch zu Personalrochaden innerhalb der Trainerriege kommen.