Erleichterung bei Matt nach 3. Platz

Third placed Matt of Austria reacts after the Alpi
Foto: Reuters/ANTONIO BRONIC Matt jubelt über seinen dritten Platz in Zagreb.

Mario Matt machte mit dem dritten Platz im Zagreb-Slalom einen wichtigen Schritt in Richtung WM-Ticket.

Die Erleichterung war "riesengroß", das Resultat längst überfällig. Im Training einer der Stärksten und oftmals bei Marcel Hirscher dabei, musste Mario Matt (33) lange auf den ersten Stockerlplatz der alpinen Ski-Weltcup-Saison warten.

"Wenn du weißt, dass du sehr gut in Form bist und mit Marcel im Training mitfährst und es dann wegen verschiedener Umstände einfach nicht klappt, ist das schon sehr mühsam", sagte der Weltcup-Dritte des Zagreb-Slaloms. Nun kämpfen noch Reinfried Herbst, Manfred Pranger und Benjamin Raich um die restlichen zwei WM-Tickets.

Pech und blöde Ausfälle hätten oft zusammengespielt, es sei mühsam und hart gewesen, meinte Matt, der zuvor in dieser Saison nur einen achten Platz in Val d'Isere zu Buche stehen hatte und nun mit großer Vorfreude auf Adelboden, Wengen und Kitzbühel blickt.

Der Gedanke an die Heim-WM ist dagegen noch weit weg: "Über Schladming können wir nach Kitzbühel reden. Jetzt kommen sehr schöne Rennen, auf die ich mich freue. Ich werde mich von Woche zu Woche vorbereiten."

Zu Weihnachten viel trainiert

Das Wichtigste, so der Weltmeister von 2001 in St. Anton und 2007 in Aare, sei aber, dass er das Vertrauen wiedergefunden habe. "Ich habe eine gute Abstimmung, ich weiß, dass das Material passt. Das ist sehr wichtig, wenn ich am Start stehe, dass ich hundertprozentig weiß, dass ich mich darauf verlassen kann." In der Pause zwischen Weihnachten und Neujahr habe er sehr, sehr viel trainiert und getestet. "Vom Körperlichen her war es eher am Limit, aber es hat sich ausgezahlt."

Einen kleinen Fortschritt über den Jahreswechsel hat auch Raich gemacht, auch wenn sich das in Rang zwölf auf dem Sljeme noch nicht ganz widerspiegelte.

"Oben und unten bin ich im zweiten Durchgang nicht schlecht gefahren, aber ich habe dann zweimal ziemlich abgestochen und Schwung verloren." Aber er merke, dass etwas weitergeht. "Ich werde einfach weitermachen. Natürlich will ich mich für die WM qualifizieren und ich werde auch alles dafür geben. Es gibt noch ein paar Chancen."

Raich hat die Saisonleistungen 20, 26 und zweimal 12 verbucht, WM-Ticket-Konkurrent Manfred Pranger brachte es auf 12, 6, 17 und einen Ausfall in Zagreb. "Die WM-Quali belastet mich nicht. Ich will einfach gut Ski fahren, das interessiert mich", wiegelte Pranger Fragen nach dem Druck ab.

Nach verpatztem zweiten Durchgang landete Reinfried Herbst in Zagreb an 19. Stelle, nach den Rängen 6, 14 und 7 war es das schlechteste Saisonergebnis.

Raich auf gutem Weg

"Bis zur WM sind noch drei Slaloms, da kann noch viel passieren. Noch ist keiner aus dem Rennen um einen Startplatz", stellte ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold klar. In Kroatien freute er sich, dass Matt mit seiner Leistung in die erste Startgruppe der Top-Sieben zurückgekehrt ist. "Im ersten Durchgang war er unterwegs zu einer Bestzeit, das war ein bisschen schade. Aber es ist ein super Resultat, das für ihn im Hinblick auf die nächsten Rennen sicher wichtig ist."

Bei Raich habe er das Gefühl, dass dieser "auf einem gutem Weg" sei. "Im zweiten hat er mir getaugt, das schaut ganz gut aus." Hingegen habe Herbst den Finallauf total verhaut. "Schade, denn er fährt bis jetzt eine gute Saison."

Bei Pranger sieht Berthold eine Parallele zu Matt: "Im Training brutal schnell, aber er muss es runterbringen. So ein Erfolgserlebnis wie es jetzt Mario hatte, braucht der Manni auch. Aber jetzt kommen wir nach Adelboden, das ist traditionell ein guter Boden für uns. Die Jungs freuen sich brutal drauf. Die Klassiker in der Schweiz und in Kitzbühel taugen ihnen."

Von den weiteren österreichischen Slalomläufern kamen in diesem Winter nur noch Wolfgang Hörl (9., 24.) und Manuel Feller (23.) in die Punkteränge. Für die Heim-WM-Teilnahme besitzen sie freilich nur vage Außenseiterchancen.

Mister 100 Prozent

3, 2, 1, 2 in Riesentorläufen, 2, 3, 1, 1 in den Slaloms und 2 im Parallel-Event. Was für viele Rennläufer bereits eine gute Karrierebilanz bedeutet, ist die Ergebnisausbeute von Marcel Hirscher in bisher neun technischen Weltcupbewerben im alpinen Ski-Winter. Der 23-jährige Salzburger ist der "Mister 100 Prozent". Mit mehr als nur einhundert Prozent und vollem Risiko holte er sich am Sonntag im Zagreb-Slalom den dritten Saisonsieg.

Im Herren-Weltcup geht es gleich mit technischen Bewerben weiter, die Reise führt nach Adelboden, wo Hirscher im Vorjahr den Riesentorlauf und Slalom gewann. Ein gutes Pflaster also, um die Podestplatzserie zu verlängern und die Weltcupführung weiter auszubauen.

Nein, es sei nicht möglich, in allen technischen Rennen eines Winters auf das Podest zu kommen, hatte Hirscher Sonntag eine entsprechende Frage beantwortet. "Aber ich werde es versuchen."

(apa / kk) Erstellt am
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