WM-Denksportaufgabe für Damen-Trainer des ÖSV

Erster Test für die WM 2017: Anna Fenninger (li.) und Nicole Hosp (re.) mussten auf der umgebauten St. Moritzer Piste nur Lindse… © Bild: REUTERS/ARND WIEGMANN

Lindsey Vonn siegt in St. Moritz, fünf Österreicherinnen landen unter den besten Acht.

In der Haut von Jürgen Kriechbaum und seinen Kollegen im Trainerteam der ÖSV-Damen möchte man dieser Tage wirklich nicht stecken. Als wäre es nicht schon knifflig genug, zu entscheiden, wer denn nun das vierte WM-Ticket für den Slalom bekommt (Bernadette Schild oder Carmen Thalmann), haben sie nun auch für den Super-G eine gehörige Portion Denksport vor sich.

Anna Fenninger, am Sonntag im windigen St. Moritz Zweite, war ohnedies gesetzt, auch die drittplatzierte Nicole Hosp hatte schon die besten Karten. Dass nun aber Cornelia Hütter Fünfte wurde, Nicole Schmidhofer Sechste, Regina Sterz Achte und dass sich Elisabeth Görgl zu allem Überfluss in die lange Reihe der Ausfälle gesellte – das macht’s ziemlich kompliziert.

Überragende Vonn

Ziemlich einfach hat es sich und ihren Trainern hingegen Lindsey Vonn gemacht: Die Amerikanerin feierte ihren 64. Weltcupsieg, und danach zeigte sich die 30-Jährige in Spendierlaune, gab sie doch ein wenig ihres Erfolgsrezepts preis: "Heute musste man aktiv und aggressiv fahren" – und mit Köpfchen, denn einige Tore waren blind anzufahren, weshalb so prominente Damen wie Lara Gut, die grippegeschwächte Tina Maze und Tina Weirather ausfielen – insgesamt kamen 24 nicht ins Ziel.

Anna Fenninger war mit sich im Reinen: "Ich bin sehr zufrieden", sagte die Super-G-Olympiasiegerin, die bei der WM in den USA wie schon bei den Winterspielen in Sotschi auf einen österreichischen Kurssetzer bauen darf, wie die Auslosung ergeben hat (bei den Herren wird ebenfalls ein ÖSV-Coach setzen). Die Adneterin hat nach ihren zwei zweiten Plätzen von St. Moritz den Rückstand auf Tina Maze im Gesamtweltcup auf 184 Punkte reduziert; neue Dritte ist Lindsey Vonn, der 339 Punkte auf Maze fehlen.

Mit Platz drei beeindruckte auch Nicole Hosp, noch mehr aber war die Tirolerin von ihren 1,10 Sekunden Rückstand auf Vonn beeindruckt: "Wahnsinn, sie und Anna haben es genau auf den Punkt erwischt."

Das ist auch Cornelia Hütter gelungen, die sich trotz eines Fehlers ("Ich habe über eine Bodenwelle zu viel riskiert, ansonsten ist es mir nicht so schlecht ergangen") wohl das WM-Ticket gesichert hat. Nicole Schmidhofer brachte es auf den Punkt: "Mit einer guten Fahrt kann ich vorn dabei sein, das hab’ ich gezeigt – jetzt müssen die Trainer entscheiden."

Die männlichen Kollegen besuchten am vergangenen Wochenende Kitzbühel. Alles dazu hier.

Super-G in St. Moritz
1. Lindsey Vonn USA 1:23,55
2. Anna Fenninger AUT +0,24
3. Nicole Hosp AUT 1,10
4. Kajsa Kling SWE 1,48
5. Cornelia Hütter AUT 1,55
6. Nicole Schmidhofer AUT 1,80
7. Ragnhild Mowinckel NOR 1,85
8. Regina Sterz AUT 1,99
. Viktoria Rebensburg GER 1,99
10. Francesca Marsaglia ITA 2,00
11. Marie Jay Marchand-Arvier FRA 2,07
12. Elena Curtoni ITA 2,11
13. Mirjam Puchner AUT 2,21
14. Julia Mancuso USA 2,23
15. Marie-Michèle Gagnon CAN 2,34
22. Andrea Fischbacher AUT 2,94
32. Tamara Tippler AUT 3,82
( Kurier ) Erstellt am 25.01.2015