Sport | Wintersport
08.01.2012

Schlierenzauer hat Lust auf mehr

Am Samstag wurde der Überflieger 22 und betont, dass er nach wie vor erfolgshungrig ist.

Irgendwie hat sich Gregor Schlierenzauer den Augenblick des großen Triumphes anders vorgestellt.

Sein Traum war es immer, nach dem letzten Tourneesprung in Bischofshofen mit geballter Faust ins Stadion einzufahren, mitten hinein in die tobende Masse, begleitet von Bengalischen Feuern, Fahnen und Fanfaren. So hatte er ungefähr ausgesehen, der Kindheitstraum von Gregor Schlierenzauer.

Und dann das. Kein letzter Sprung, keine Punktlandung im Epizentrum der Ekstase, keine erträumten Begleitumstände - die Entscheidung, dass Schlierenzauers Kindheitstraum Wirklichkeit geworden war und er endlich die Tournee gewonnen hatte, kam via Funkgerät.

Feierabend

Doch die Absage tat dem Jubel keinen Abbruch. "Es war zwar ungewöhnlich, aber ich habe die Emotionen trotzdem unheimlich genossen", strahlte Schlierenzauer, ehe er sich mit Familie und Freunden zur privaten Tournee- und Geburtstagsfeier – der Tiroler wurde am Samstag 22 - auf die Oberforsthofalm zurückzog.

Der Gewinn der Vierschanzentournee war ein erklärtes Lebensziel des Tiroler Überfliegers. Doch als der Triumph dann eingetreten war, verspürte Gregor Schlierenzauer nicht nur ein Hochgefühl. "Eine gewisse Leere ist jetzt auch da", gestand er. Zu viel Kraft hatte die Tournee gekostet, zu turbulent war auch das Finale verlaufen. Chaotische Bedingungen, ein abgesagter Probedurchgang, ein aufmüpfiger Herausforderer in Person von Andreas Kofler. "Er war in den letzten Tagen schon sehr angespannt", berichtet Markus Prock, Schlierenzauers Onkel, "weil er weiß, dass man mit einem Sprung die Tournee verhauen kann."

Rekordjagd

Der Tournee-Sieg war in gewisser Weise Schlierenzauers Meisterstück. Weltmeister ist er schon, Weltcupgesamtsieger ebenfalls, auch Olympia-Gold hat er mit dem Team bereits gewonnen. Ob ihm jetzt nicht langsam die Ziele ausgehen, wurde der 22-Jährige gefragt. Keineswegs, versichert Schlierenzauer, "ich bin nach wie vor erfolgshungrig, ich will der beste Skispringer der Welt sein."

Den nächsten Rekord hat er bereits im Visier. Neun Weltcupsiege noch, dann hat er auch Matti Nykänen, die ewige Nummer eins, überflügelt.

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