Sport | Wintersport
13.01.2012

Ringe frei für Jugend-Olympia

In Innsbruck brennt zum dritten Mal das olympische Feuer. Heute werden die ersten Winter-Jugendspiele eröffnet.

An Franz Klammer ist kein Wetterfrosch verloren gegangen. So sicher der "Kaiser" auf seinen Brettln unterwegs sein mag, so grauenvoll sind seine Prognosen. Der Abfahrts-Olympiasieger hatte den ersten Olympischen Jugendspielen in Innsbruck (YOG) doch tatsächlich eine apere Premiere prophezeit, getreu dem Motto: Aller schlechten Dinge sind drei. Zu gut waren Klammer noch die schneearmen Innsbrucker Winterspiele von 1964 und 1976 in Erinnerung.

70 Nationen

Doch am Tag der offiziellen Feuertaufe, am Tag, an dem erstmals in einer Stadt zum dritten Mal das olympische Feuer entzündet wird, präsentiert sich Innsbruck als Winter-Schlaraffenland. Die Pisten und Loipen sind rennfertig, die Zimmer im olympischen Dorf bezogen, die 1100 Nachwuchssportler aus 70 Nationen bereit für die Eröffnungsfeier im Bergisel-Stadion (Freitag, 18.30 Uhr, live in ORF Sport+), wo die Eishockeyspielerin Tamara Grascher als Österreichs Fahnenträgerin fungieren wird.

Die Veranstalter versprechen "Spiele im österreichischen Maßstab". Klein, aber fein sollen sie sein, für Prunk und Protz ist weder Platz noch Geld. Auf 23,7 Millionen Euro belaufen sich die Kosten für die Jugendspiele – so viel hatte 2010 bei den Sommer-Jugendspielen in Singapur allein die pompöse Eröffnungszeremonie verschlungen. "In Singapur haben wir gesehen, dass die Idee der Jugendspiele funktioniert", erinnert sich Peter Bayer, der Innsbrucker OK-Chef. Eine Idee, die sich IOC-Präsident Jacques Rogge gerne auf seine Fahnen heftet, die aber eigentlich von einem Kärntner (Hans Rosenzopf) stammt. "Es ist ein historisches Ereignis für Innsbruck", schwärmt Peter Bayer, "als erste Stadt der Welt drei Mal Olympische Spiele austragen zu dürfen."

Ein historisches Ereignis, das an der Bevölkerung lange Zeit spurlos vorbeigegangen war. Noch im Herbst lagen die Jugendspiele unter der Wahrnehmungsgrenze, und als ein Sponsor in einer Umfrage den Bekanntheitsgrad der YOG in Österreich ermitteln ließ, war das Resultat ernüchternd: Nur ein Prozent der Österreicher wusste damals über die Jugendspiele Bescheid.

81 Athleten

Inzwischen steht zumindest Tirol im Bann der olympischen Premiere. Die Eröffnung (15.000 Besucher) ist längst ausverkauft, für die Bewerbe sind mehr als 60.000 Tickets vergeben, die internationalen Medien stürmen Innsbruck, das chinesische Staatsfernsehen CCTV ist überhaupt gleich mit 50 Mitarbeitern bei den YOG vertreten. Ganz im Sinne der Völkerverständigung, der erklärten Grund-Idee der Nachwuchs-Spiele.

"Natürlich strebt jeder Sportler nach Medaillen, aber das soll nicht das primäre Ziel dieser Spiele sein", erklärt Karl Stoss, Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC).

Mit 81 Athleten stellt Gastgeber Österreich das größte Aufgebot bei diesen Jugendspielen. Sie alle haben eine intensive Vorbereitung hinter sich, das ÖOC investierte 300.000 Euro in Training und Material. Die Bobfahrer erhielten neue Kufen, die Skispringer fabrikneue Anzüge, Skifahrer und Langläufer bekamen das beste Wachs. "Sie sollen sich genauso gut behandelt fühlen wie die erwachsenen Olympia-Teilnehmer", sagt ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel.

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