Raich: "Marcel imponiert mir"

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Vor den Speedrennen in Garmisch zeigt sich Raich beeindruckt von Hirschers Souveränität.

Böse Gerüchte lassen sich nicht so leicht abschütteln. Schladming-Sieger Marcel Hirscher hat die leidige "Einfädler-Affäre" zwar längst offiziell für beendet erklärt und der Skizirkus der Herren ist inzwischen nach Deutschland übersiedelt – doch der Zirkus geht weiter.

Nicht etwa das erste Abfahrts-Training auf der selektiven Strecke in Garmisch stand im Mittelpunkt.

Auch nicht die negativen Nachrichten der Ski-Industrie, die in Österreich im Vorjahr bei den Ski-Verkäufen einen Einbruch von 20 Prozent registrierten.

Ja, nicht einmal das spannende Duell um den Gesamtweltcup zwischen Ivica Kostelic und Marcel Hirscher ist Gesprächsthema.

Stattdessen redet seit einer Woche alles immer noch nur über die österreichischen Einfädler und ihre Folgen.

Wer hat die Sache eingefädelt, wer hat wen vernadert, wer ist schuld an der Massenhysterie und künstlichen Aufregung, die vom Boulevard angeheizt wird – so hören sie sich dann an, die angeblich wichtigsten Fragen rund um das Skifahren.

Die Läufer können dieses nervige Thema mittlerweile nicht mehr hören.

Kompliment

Benjamin Raich aber möchte, zumal Betreuer von ihm auf der Gerüchtebörse mit durch den Schmutz gezogen wurden, noch einmal öffentlich wiederholen, was er dem elf Jahre jüngeren Hirscher unter vier Augen sagte:

"Ich habe Marcel bewundert, wie er damit umgegangen ist. Er hat schon sehr gut reagiert, als die SMS-Geschichte mit dem Einfädler aufgekommen ist. Dann haben er und Kostelic das mit ihren versöhnlichen Gesten bei der Startnummernauslosung in Schladming wirklich g’scheit gemacht. Und wie der junge Bursche dann trotz der Riesenbelastung in Schladming gewonnen hat, das hat mir natürlich erst recht imponiert."

In Garmisch kommt es zu keinem Treffen zwischen Raich und Hirscher, der den Doppelolympiasieger nach wie vor sein Vorbild nennt. "Außerdem war der Benni immer für mich da, wenn ich einen Rat gebraucht hab."

Während Raich am Sonntag im Super-G startet, fährt Hirscher so wie im Vorjahr gar nicht erst nach Garmisch. Diesmal allerdings erfolgt sein Verzicht freiwillig. Im letzten Winter hatte sich Hirscher beim letzten Rennen vor der Weltmeisterschaft eine Sprunggelenksfraktur zugezogen und die Titelkämpfe verpasst.

Bestzeit

Selbst im Kampf um die große Kristallkugel will Hirscher kein unnötiges Risiko eingehen. Zumal die Strecke in Garmisch ohnehin zu den schwierigeren im Weltcup zählt. Im ersten Training haderten die Läufer mit der unruhigen und teils nicht perfekt präparierten Piste. Die Österreicher bestätigten allerdings auch bei schwierigen Bedingungen ihre gute Performance von Kitzbühel: Hannes Reichelt war klar der Schnellste, beging aber einen Torfehler.

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Erstellt am 27.01.2012