"Probiere, mein Handwerk noch besser zu erlernen"

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Drei Fragen an die Siegerin der Damen-Abfahrt in Bad Kleinkirchheim, Elisabeth Görgl.

Der letzte ÖSV-Damen-Abfahrtssieg lag fast drei Jahre zurück, und für den letzten Heim-Erfolg hatte am 13. Jänner 2007 Renate Götschl in Altenmarkt-Zauchensee gesorgt. Wie sehr war diese Durststrecke Gesprächsstoff in der Mannschaft?
Elisabeth Görgl: Unsere Zeiten im Abfahrtssport waren schon viel schlimmer, so schlimm ist es jetzt um uns nicht gestanden. Speziell in den letzten zwei Jahren sind wir wieder näher drangekommen. Die Damen vor uns waren ein starkes Abfahrtsteam und haben viel gewonnen, wir müssen uns einfach neu aufbauen. Es ist toll, dass das gelungen ist, das bestätigt die Arbeit. Dazu kommt, dass uns die Strecke eher entgegenkommt, da kommt es auf das technische Vermögen an. Routine und Erfahrung spielen eine Rolle. Das habe ich speziell hier ganz stark gemerkt, weil ich in der Vergangenheit mit der Einschätzung von
Toren, vom Kurs, mit dem Speed meine Probleme gehabt habe. Es ist ein schmaler Grad zwischen wirklich Draufgehen und Lockerfahren. Ich probiere, mein Handwerk noch besser zu erlernen.

Sie haben die Speed-Dominanz von Lindsey Vonn beendet. Was bedeutet Ihnen das?
Jedes Rennen steht für sich. Es gibt Dinge, die ich sehr gut mache, aber es gibt auch Dinge, die ich noch besser machen möchte. Weil ich sportlich weiterkommen möchte. Ich glaube, dass das der Weg ist, konkurrenzfähig gegenüber Lindsey zu werden. Ich muss mich wirklich auf mich konzentrieren, an mir arbeiten, mich verbessern. Das machen die anderen auch, das macht auch die Lindsey. Das ist das Einzige, das man machen kann. Nicht auf die anderen
schauen, ich spüre eh selbst, wo es noch fehlt, wo ich noch etwas brauche, wo ich noch besser werden muss. Ich probiere das jeden Tag. Das ist mein Weg, den gehe ich so.

Wie wichtig war dieser Sieg für Sie als Bestätigung des WM-Titels von Garmisch-Partenkirchen?
Ich glaube, der Sieg steht für sich. Ich habe gewusst, dass ich auf solchen Verhältnissen schnell bin. Es sind nicht alle Abfahrten so, aber Garmisch war so, Vancouver, Val d`Isere. Das liegt mir und es taugt mir, wenn ich meine Chance dann auch nützen kann und das runterbringe. Mein Servicemann hat auch ganze Arbeit geleistet. Auf meine Ski kann ich mich hundertprozentig verlassen. Der Ski, das weiß ich, dass der geht. Mit dem fahre ich immer gut, auf den greife ich immer wieder zurück. In Lake Louise bin ich damit heuer Dritte
geworden. Damit bin ich letztes Jahr sehr viele Rennen gefahren. Es ist der Garmisch-Ski.

Erstellt am 07.01.2012