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22.02.2018

Österreichs Kombinierer holen Olympia-Bronze

Topfavorit Deutschland sichert sich erwartungsgemäß Gold, Silber geht an Norwegen.

Österreichs Nordische Kombinierer Wilhelm Denifl, Lukas Klapfer, Bernhard Gruber und Mario Seidl haben am Donnerstag Bronze im Teambewerb gewonnen. Das ÖSV-Quartett musste sich nur den siegreichen Deutschen sowie den Norwegern geschlagen geben und sorgte für die bereits 13. Medaille der ÖOC-Mannschaft in Südkorea. Fünf Gold, zwei Silber und sechs Bronze lautet die Ausbeute nach dem 13. Bewerbstag.

Damit sind die Spiele in PyeongChang schon vor den abschließenden drei Wettkampftagen die dritterfolgreichsten für Österreich in der Olympia-Geschichte. Dank der Goldmedaille von Snowboarderin Anna Gasser hat das ÖOC-Team 2018 schon die Ausbeute von u.a. Sotschi 2014 und Vancouver 2010 übertroffen.

Österreichs Sportler halten bei fünf Gold-, zwei Silber- und sechs Bronzemedaillen. In Sotschi vor vier Jahren und Vancouver vor acht Jahren gab es jeweils vier Goldmedaillen. Besser als in Südkorea waren Österreichs Sportler bei Winterspielen bisher nur zweimal. Der Rekord steht seit Turin 2006 beu neunmal Gold und je siebenmal Silber und Bronze. In Albertville 1992 standen am Ende sechs Gold-, sieben Silber- und acht Bronzemedaillen in der Bilanz.

Gruber sorgte für Vorentscheidung

Die Mannschaft von Cheftrainer Christoph Eugen spielte just bei den Winterspielen ihre Topform aus. Im abschließenden Teambewerb sorgte Gruber als dritter Mann der Langlauf-Staffel für die Vorentscheidung. Mit dem Norweger Jarl Magnus Riiber und dem Japaner Go Yamamoto um die Plätze zwei bis vier hinter den souveränen Deutschen kämpfend, attackierte der 35-Jährige auf der zweiten Runde - mit Erfolg. Der 23-jährige Yamamoto brach völlig ein und büßte bis ins Ziel eine Minute ein.

"In der zweiten Runde konnte ich den Turbo zünden und noch etwas herausholen. Es war eine Genugtuung, zu sehen, dass ich am Schluss noch sehr schnell bin", meinte der Ex-Weltmeister. Nach seiner Attacke war Japan aus dem Rennen um Bronze - Schlussläufer Seidl brachte den dritten Platz 61 Sekunden vor Akito Watabe sicher ins Ziel. "Es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl", freute sich der Salzburger. "Meine Kollegen haben alles vorbereitet und ich konnte es genießen." Als er erfuhr, dass er den verantwortungsvollen letzten Part übernehmen wollte, habe er schon Gänsehaut bekommen, gab der 25-Jährige zu.

Wie der Debütant holte auch der 37-jährige Denifl seine erste Olympia-Medaille, sein drittes Edelmetall nach WM-Team-Gold 2003 und Silber 2013. "Das war wahrscheinlich meine letzte Chance, eine Olympia-Medaille zu machen. Es hat mit dem Team besonderen Spaß gemacht", erklärte der Tiroler. Klapfer verlässt die Winterspiele sogar mit zwei Medaillen. Neuerlich gelang ihm ein sehr guter Sprung und in der Loipe setzte er die Taktik perfekt um. "Wir haben uns ausgemacht, wir sparen uns Kraft für den letzten Anstieg auf. Wir haben es alle sehr gut gemacht."

Gruber erwies sich einmal mehr als Mann für spezielle Anlässe. Sechs Weltcupsiege hat der Gasteiner bisher gefeiert, doch die Zahl seiner Medaillen wuchs in Südkorea auf bereits zehn Stück an. Seit 2011 hat Gruber bei nun sieben Großereignissen stets zugeschlagen. Es war nach Team-Gold und Einzel-Bronze 2010 sowie Team-Bronze 2014 sein viertes Edelmetall bei Winterspielen.

Deutscher Rekord

Deutschland dominierte den Bewerb eindrucksvoll. Nach dem Springen zweitplatziert (nur sechs Sekunden hinter Österreich), übernahm das Team mit Vinzenz Geiger, Fabian Rießle, Eric Frenzel und Johannes Rydzek schon auf dem ersten Abschnitt die Führung und gewann mit 52,7 Sekunden Vorsprung auf Sotschi-Gewinner Norwegen und 1:07,8 Minuten auf Österreich.

Damit holte die Mannschaft von Ronny Ackermann auch die dritte Goldmedaille in Südkorea. Fünfmal Edelmetall bei sieben Chancen bedeutet Olympia-Bestmarke in der Kombination.


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GOLD (3):

2006 Turin: Felix Gottwald (Sprint)
2006 Turin: Mannschaft (Michael Gruber, Christoph Bieler, Felix Gottwald, Mario Stecher)
2010 Vancouver: Mannschaft ( Bernhard Gruber, David Kreiner, Felix Gottwald, Mario Stecher)

SILBER (2):

1988 Calgary: Klaus Sulzenbacher (Einzel)
2006 Turin: Felix Gottwald (Einzel)

BRONZE (10):

1988 Calgary: Mannschaft (Günther Csar, Hans-Jörg Aschenwald, Klaus Sulzenbacher)
1992 Albertville: Klaus Sulzenbacher (Einzel), Mannschaft (Klaus Sulzenbacher, Klaus Ofner, Stefan Kreiner)
2002 Salt Lake City: Felix Gottwald (Einzel), Felix Gottwald (Sprint), Mannschaft (Christoph Bieler, Michael Gruber, Mario Stecher, Felix Gottwald)
2010 Vancouver: Bernhard Gruber (Einzel, Großschanze)
2014 Sotschi: Mannschaft (Lukas Klapfer, Christoph Bieler, Bernhard Gruber, Mario Stecher)
2018 Pyeongchang: Lukas Klapfer (Einzel, Normalschanze), Mannschaft (Wilhelm Denifl, Lukas Klapfer, Bernhard Gruber, Mario Seidl)