Norovirus: Die Angst vor der Krankheit geht um

Das gesamte betroffene Personal von Leuten wurde durch Soldaten ersetzt. © Bild: APA/AFP/JUNG YEON-JE

Magen-Darm-Krankheit: Kurz vor Eröffnung der Spiele beschäftigt eine Welle von Viruserkrankungen die Organisatoren.

Unruhe drei Tage vor der Eröffnungsfeier: Zahlreiche Fälle von akuten Magen-Darm-Erkrankungen bei Sicherheitskräften verunsichern vor allem die Sportler. Es gebe unter dem privaten Sicherheitspersonal 41 Verdachtsfälle auf das Norovirus, teilte das Organisationskomitee am Dienstag mit. Die Personen waren allerdings nicht im olympischen Dorf untergebracht, sondern in anderen Unterkünften.

Das gesamte betroffene Personal von 1200 Leuten wurde abgezogen und durch 900 Soldaten ersetzt. "Das OK hat sofort sehr drastische Maßnahmen gesetzt, um das einzudämmen. In der gesamten Olympia-Familie gibt es aktuell keinen bekannten Fall, deswegen gibt es auch die berechtigte Hoffnung, dass isoliert werden konnte", sagte Christoph Sieber, der Chef de Mission des ÖOC. Dennoch habe man sich organisatorisch darauf eingestellt. "Wir haben natürlich erhöhte Vorsichtsmaßnahmen an das Team kommuniziert, sprich Handdesinfektion, Zurückhaltung bei Kontakt mit teamexternen Personen. Alle Teammitglieder sind von uns mit Desinfektionsmittel ausgestattet."

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Kein Handschlag

So manches Shake-Hands mit Sponsoren, Journalisten oder Gratulanten, das von einigen Sportlern bei Großereignissen ohnehin rigoros verweigert wird, wird es nun wohl nicht mehr geben.

Zusätzlich werden die Athleten angehalten, insbesondere in der Essenshalle, die Desinfektionsspender zu nutzen. "Es sind Dinge, die den meisten Athleten sowieso ein Muss sind. Ich habe das seinerzeit schon von den Langläufern und Biathleten gelernt, wie man das richtig macht", erinnerte sich der Windsurf-Olympiasieger von 2000.

In London gab's eine Kostprobe

Übertragen wird das Norovirus einerseits durch menschlichen Kontakt, aber auch durch infiziertes Essen und Trinken. Erst im vergangenen Sommer hatte das Virus bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London für Unruhe gesorgt. Mehrere Dutzend Athleten hatten sich damit angesteckt

Damals wurden sogar Athleten unter Quarantäne gestellt. So wurde Botswanas Weltklasse-Sprinter Isaac Makwala der Zutritt zum Stadion untersagt, er konnte am 400-Meter-Finale nicht teilnehmen. Ebenso versäumte er den Vorlauf über 200 Metern. Diesen durfte er allerdings nachholen. Die TV-Bilder gingen um die Welt, als Makwala die halbe Stadionrunde alleine lief – und sich souverän für das Semifinale qualifizierte.

( kurier.at ) Erstellt am 06.02.2018