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19.02.2018

Jobgarantie für Heinz Kuttin

Trotz ausbleibender Medaillen stellt ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel Skisprung-Trainer Heinz Kuttin nicht infrage.

Der Teambewerb war lange Zeit die Domäne der österreichischen Skispringer gewesen. Wenn es galt, gemeinsame Sache zu machen, haben die Österreicher seit der WM 2005 bei allen Großereignissen eine Medaille gewonnen, neun davon waren sogar in Gold (zwei bei Olympia, sieben bei Weltmeisterschaften).

Ohne jetzt Schwarzmalerei betreiben zu wollen: Diese Serie wird in PyeongChang reißen. So ein großer Leistungssprung kann den Österreichern über Nacht gar nicht gelingen, so tief kann die übermächtige Konkurrenz aus Norwegen, Deutschland und aus Polen gar nicht sinken, dass es noch zu einer Medaillen reichen wird.

Auch aus Trainer Heinz Kuttin, der sich lange in Zweckoptimismus und Durchhalteparolen geflüchtet hat, spricht schon ein wenig Resignation, wenn er wie nach dem Bewerb auf der Großschanze sagt: "Wir versuchen, das Beste herauszuholen, aber wenn es nicht kommt, dann kommt's nicht. Dann ist jeder Tag zäh", sagt der Kärntner.

Die Probleme ziehen sich nun schon durch den ganzen Winter. Teilweise gelingt es den Österreichern, ihre Klasse aufblitzen zu lassen, so wie Michael Hayböck, der auf der Großschanze nach dem ersten Durchgang Zweiter war. "Aber der letzte Schritt, den wir uns alle erwarten, damit wir wieder Oberwasser bekommen, der gelingt uns nicht. Es kann einem aber keiner sagen, warum das so ist", meint Kuttin, der für den heutigen Teambewerb Michael Hayböck, Stefan Kraft, Manuel Fettner und Gregor Schlierenzauer nominierte.

In anderen Sportarten wäre angesichts so einer Bilanz längst eine Trainerdiskussion entbrannt. Heinz Kuttin erhält von seinen Vorgesetzten volle Rückendeckung. "Während der Saison wird es keine Schnellschüsse geben. Weil wir alle der Überzeugung sind, dass das nichts bringt. Schon gar nicht in so einer Gefühls- und Kopfsportart wie dem Skispringen", sagt ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. Und ÖSV-Direktor Hans Pum nimmt die Athleten in die Verantwortung: "Der Trainer hat nur begrenzten Einfluss. Oben am Balken muss es der Springer selbst richten."

Peter Schröcksnadel will im Jahr vor der Heim-WM in Seefeld sowieso keine Personaldiskussionen aufkommen lassen. "Ich sage es ganz klar: Wir schmeißen den Kuttin nicht raus."