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11.02.2018

Anna Gasser: "Jetzt heißt es hopp oder tropp"

ABD0043_20180208 - BOKWANG - SÜDKOREA: Snowboarderin Anna Gasser (AUT) am Donnerstag, 08. Februar 2018, in Aktion während eines … © Bild: APA/HANS KLAUS TECHT

Nach der Absage der Slopestyle-Qualifikation der Snowboarderinnen geht es nun am Montag direkt - und nur noch in zwei Läufen - um die Medaillen. Gasser zählt zu den Mitfavoritinnen.

Auch die Qualifikation der Slopestyle-Snowboarderinnen ist am Sonntag in Bokwang wegen zu viel Wind abgesagt worden. Nach einer Verschiebung um eine halbe Stunde wurde die Vorausscheidung des Bewerbes, bei dem die Österreicherin Anna Gasser zu den Mitfavoritinnen zählt, gestrichen. Jetzt geht es am Montag direkt und nur noch in zwei Läufen um die Medaillen.

Vor der Damen-Quali war im Bokwang Snow Park die Slopestyle-Entscheidung bei den Herren noch relativ problemlos über die Bühne gegangen. Speziell im dritten und letzten Run zeigten die Rider höchstes Niveau. Mit Redmond Gerard (17) setzte sich der jüngste Fahrer im Finalfeld durch und holte Gold wie schon bei der Premiere dieser Sportart vor vier Jahren in Sotschi in die USA. Gassers Freund Clemens Millauer hatte am Vortag die Qualifikation knapp verpasst.

Gasser konnte am Sonntag ihr Können nur im Training zeigen. "Ich war zwar eines der Mädels, die trotz des Windes dabei ganz gut zurecht gekommen sind. Die Absage war aber dann sicher die fairste Entscheidung. Es war schon im Training grenzwertig und gefährlich, weil der Wind so böig und drehend war", begrüßte Gasser die Absage einerseits.

"Schade, dass es keine Quali mehr gibt"

Umgekehrt bedauerte sie das, weil es nun zu einer Programmänderung kommt und es am Sonntag nur noch zwei statt drei Läufe für alle 30 Läuferinnen gibt. Der bessere zählt. "Ich bin froh, dass abgesagt wurde. Aber ich finde es schade, dass es keine Quali mehr gibt", sagte Gasser.

Denn: "Das heißt jetzt hopp oder tropp. Ich werde riskieren. Entweder ich fahre um eine Medaille, oder ich bin Dreißigste", kündigte die Kärntnerin an.

ABD0002_20180211 - PYEONGCHANG - SÜDKOREA: Anna Gasser (AUT) am Sonntag, 11. Februar 2018, anlässlich eines Trainingssprungs für… © Bild: APA/EXPA/JOHANN GRODER

Bei einer Qualifikation und anschließend drei Läufen im Finale wären die Voraussetzungen nämlich ganz andere gewesen, betonte Gasser. "Man hätte ein bissl Risiko gehen können oder in der Quali einen Sicherheitslauf machen können. Auch ich hätte einen Safety-Run im der Qualifikation geplant gehabt."

Das neue Format bedeute nun schon eine enorme Umstellung. "Jetzt zählt von nur noch zwei Runs aller 30 der Bessere. Es kann damit auch sein, dass es vielleicht eine eher unerwartete Gewinnerin gibt."

Gasser will volles Risiko gehen

Sie werde versuchen ihren Teil dazu beitragen, dass dies nicht passiere, hat sich Gasser für den Finaltag vorgenommen. "Ich werde alles geben und viel riskieren. Weil von 30 in die Top 3 muss man volles Risiko gehen. Entweder ich bin vorne mit dabei, oder man sieht mich eher auf den hinteren Rängen. Ein Sicherheitslauf bringt jetzt nix."

Denn bei Olympia gehe es hauptsächlich um die Medaillen, weiß auch Gasser. "Über einen fünften Platz ärgere ich mich mehr, als wenn ich 29. bin. Da habe ich dann wenigstens gewusst, dass ich alles riskiert habe. Bei nur zwei Läufen musst du alles geben. Da kann es auch sein, dass es dich zweimal hinsetzt."

Sie hoffe aber auf eine Wetterbesserung. "Damit man einen Lauf auf einem guten Level fahren kann und es nicht eine Überraschungssiegerin gibt. Sondern eine, die in den letzten Rennen auch vorne dabei war. Ich hoffe also, dass der Wind nachlässt."

Gasser traf nach der Absage im Zielraum ihre Familie. Vater Peter, Mama Lisbeth und Schwester Eva bleiben bis zur letzten Freestyle-Entscheidung bei den Spielen, um Anna und Millauer anzufeuern. Sie halfen auch dabei, nach der Absage "runter" zu kommen. Gasser: "Das tut gut, man ist ja doch den ganzen Tag sehr angespannt."


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