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22.01.2018

Österreich schickt 105 Athleten nach Südkorea

Die Delegation, die Österreich in Pyeongchang vertritt, wird die zweitgrößte in der olympischen Geschichte sein.

Zum dritten Mal in der Geschichte Olympischer Winterspiele ist Österreich mit einer dreistelligen Anzahl an Athleten vertreten. Das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) gab am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien seine Nominierung für die Spiele vom 9. bis 25. Februar in Pyeongchang (Südkorea) bekannt. 105 Athleten, davon 40 Damen und 65 Herren, kämpfen für Rot-weiß-rot um Medaillen.

Das ist nach Sotschi 2014 (130) Athleten und gemeinsam mit Nagano 1998 die zweithöchste Zahl an österreichischen Aktiven, wobei dieses Mal ja die Eishockey-Mannschaft nicht qualifiziert ist. Hinzukommen auch zwei Ersatzleute im Bob. Das ÖOC hat sich zudem bereits mit Super-G-Olympiasiegerin Anna Veith für die Fahnenträgerin bei der Eröffnungszeremonie am 9. Februar festgelegt.

Keine Vorgabe

Aufgrund noch einiger offener Fragen sind am Tag vor der Einkleidung und zwei Tage vor der Verabschiedung durch Bundespräsident Alexander van der Bellen noch nicht alle Athleten bekannt. Sieben Namen werden erst bis zum kommenden Sonntag, dem absoluten Nennschluss für die Spiele, bekannt. Sechs alpine Skirennläufer (5 Damen/1 Herr) sowie ein Nordischer Kombinierer werden erst nach den Weltcuprennen dieser Woche festgelegt.

ÖOC-Präsident Karl Stoss wollte sich auf keine Medaillenvorgabe festlegen. "Von meiner Seite kann es keine Vorgabe geben, es ist ja kein Wunschkonzert. Wir haben in der Vergangenheit vielfach erlebt, dass Überraschungen zutage getreten sind." Stoss hob unter den vielen Medaillenanwärtern Marcel Hirscher, die Rodler, Anna Gasser oder Benjamin Karl hervor. Bei den vergangenen Spielen in Sotschi 2014 hatte es 17 Medaillen (4 x Gold, 8 x Silber, 5 x Bronze) gegeben. "Wir wären natürlich sehr glücklich, wenn wir in die Nähe von Sotschi kommen würden. Das wäre eine gewisse Erwartungshaltung, aber keine Vorgabe."

Noch sieben Plätze offen

Österreich wird im Biathlon, Bob, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Langlauf, Nordischer Kombination, Rodeln, Skeleton, Ski Alpin, Ski Cross, Ski Freestyle, Skispringen und Snowboard vertreten sein.

Bei den alpinen Damen sind sogar noch fünf Plätze offen, die diese Woche und auch noch nach der endgültigen Nominierung noch Weltcuprennen haben. Bemerkenswert bei den alpinen Herren ist die Nominierung von Philipp Schörghofer, der nach einer Verletzung noch keinen einzigen Renneinsatz hatte. Spannend wird es sowohl in Schladming als auch in Garmisch-Partenkirchen bei den Herren - je nach Leistungen könnte entweder ein Slalom-Spezialist oder ein zusätzlicher Speedläufer das Herrenkontingent komplettieren.

Einer der Härtefälle der Nominierung findet sich im Snowboard-Lager, wo für Slalom-Weltmeisterin Daniela Ulbing ein vierter Riesentorlauf-Rang am Sonntag zu wenig war.

Herzog als erste in Südkorea

Die Athleten fassen in den kommenden zwei Tagen in Wien ihre Olympia-Einkleidung aus, am Mittwoch erfolgt die Verabschiedung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Wiener Hofburg sowie am Abend die "Lotterien Farewell-Feier" in der Aula der Wissenschaften.

Als erste Athletin wird Eisschnelllauf-Europameisterin Vanessa Herzog am 31. Jänner nach Südkorea fliegen. Die "Team-Babys" sind Ski-Slopestylerin Lara Wolf und Rodlerin Hannah Prock, die beide noch 17 Jahre jung sind. Routiniers sind die 44-jährige Snowboarderin Claudia Riegler, Kombinierer Willi Denifl, Snowboarder Andreas Prommegger und Hannes Reichelt (alle 37). Riegler ist zum vierten Mal dabei, das trifft auch auf Bernhard Gruber zu, der allerdings 2006 nicht zum Einsatz kam.

Österreichs Aufgebot für Pyeongchang

BIATHLON (9)
Damen (3): Lisa Theresa Hauser, Katharina Innerhofer, Dunja Zdouc
Herren (6): Julian Eberhard, Tobias Eberhard, Simon Eder, Sven Grossegger, David Komatz, Dominik Landertinger

BOB (12)
Damen (4): Christina Hengster, Valerie Kleiser; Katrin Beierl, Victoria Hahn; Viktoria Eigner (Ersatz)
Herren (8): Benjamin Maier, Kilian Walch, Markus Sammer, Danut-Ion Moldovan; Markus Treichl, Markus Glück, Marco Rangl, Ekemini Bassey; Stefan Laussegger (Ersatz)

EISKUNSTLAUF (2)
Paarlauf: Miriam Ziegler/Severin Kiefer

EISSCHNELLLAUF (2)
Damen (1): Vanessa Herzog
Herren (1): Linus Heidegger

NORDISCHE KOMBINATION (5)
Herren (5): Wilhelm Denifl, Bernhard Gruber, Lukas Klapfer, Mario Seidl und ein weiterer Athlet (Nominierung bis 28.1.)

RODELN (10)
Damen (3): Madeleine Egle, Birgit Platzer, Hannah Prock
Herren (7): Reinhard Egger, David Gleirscher, Wolfgang Kindl; Peter Penz/Georg Fischler, Thomas Steu/Lorenz Koller

SKELETON (2)
Damen (1): Janine Flock
Herren (1): Matthias Guggenberger

SKI ALPIN (22)
Damen (11): Stephanie Brunner, Katharina Gallhuber, Cornelia Hütter, Bernadette Schild, Nicole Schmidhofer, Anna Veith und fünf weitere Läuferinnen (Nominierung bis 28.1.)
Herren (11): Stefan Brennsteiner, Manuel Feller, Max Franz, Marcel Hirscher, Vincent Kriechmayr, Michael Matt, Matthias Mayer, Hannes Reichelt, Philipp Schörghofer, Marco Schwarz und ein weiterer Läufer (Nominierung bis 28.1.)

SKI CROSS (6)
Damen (2): Andrea Limbacher, Katrin Ofner
Herren (4): Adam Kappacher, Christoph Wahrstötter, Robert Winkler, Thomas Zangerl

SKI-FREESTYLE (6)
Damen (3): Elisabeth Gram (Halfpipe), Melanie Meilinger (Buckelpiste), Lara Wolf (Slopestyle)
Herren (3): Andreas Gohl, Marco Ladner, Lukas Müllauer (alle Halfpipe)

SKILANGLAUF (7)
Damen (3): Anna Seebacher, Teresa Stadlober, Lisa Unterweger
Herren (4): Dominik Baldauf, Max Hauke, Luis Stadlober, Bernhard Tritscher

SKISPRINGEN (8)
Damen (3): Chiara Hölzl, Daniela Iraschko-Stolz, Jacqueline Seifriedsberger
Herren (5): Clemens Aigner, Manuel Fettner, Michael Hayböck, Stefan Kraft, Gregor Schlierenzauer

SNOWBOARD (14)
Damen (5): Anna Gasser (Big Air, Slopestyle); Julia Dujmovits, Ina Meschik, Claudia Riegler, Sabine Schöffmann (alle Parallel-Riesentorlauf)
Herren (9): Hanno Douschan, Alessandro Hämmerle, Lukas Pachner, Markus Schairer (alle Cross); Clemens Millauer (Big Air, Slopestyle), Benjamin Karl, Sebastian Kislinger, Alexander Payer, Andreas Prommegger (alle Parallel-Riesentorlauf)

ORF überträgt 620 Stunden live

Mehr als 600 Stunden Live-Berichterstattung stellt der ORF für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang in Aussicht. Auf ORF eins steht der Kampf um die Medaillen täglich von ein Uhr bis 16.00 Uhr auf dem Programm. ORF Sport + wird gar rund um die Uhr zum Olympia-Channel, teilte der ORF am Montag mit. Rund 110 Mitarbeiter (Redaktion und Technik) sind am Ort des Geschehens für den ORF tätig.

Gemäß des ORF-Gesetzes sind Premium-Bewerbe auf ORF eins zu sehen: etwa Ski Alpin, nordischer Sport, Biathlon sowie entscheidende Eishockey-Partien, ausgewählte Bob-, Rodel- und Skeleton-Rennen und Teile der Eiskunstlauf-Disziplinen. Das "Olympia-Studio" ist tagsüber fünfmal zu sehen, außerdem gibt es - auf Grund der Zeitverschiebung - auch im Vorabend (Wochenende) bzw. im Hauptabend (werktags) Updates.

Auf ORF Sport + werden Freunde von unter anderem Shorttrack, Curling oder Eisschnelllauf fündig. Außerdem garantiere erstmals der "Olympic News Channel" des IOC für einen Feed rund um die Uhr. Der Startschuss für die olympische Coverage im Spartensender fiel bereits am Montag, als die Pressekonferenz zur OÖC-Nominierung übertragen wurde. Auch Einkleidung der Athleten (Dienstag) und ihre Verabschiedung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen (Mittwoch) sind live zu sehen. Darüber hinaus werde ORF Sport + kurzfristig auch Siegerehrungen und Pressekonferenzen ins Programm nehmen, hieß es aus dem ORF.

Das 100-Quadratmeter große " Olympia Studio" im ersten Stock des Österreich-Hauses wird mit drei Fixkameras sowie einer Funkkamera ausgestattet. Der ORF hat zudem je eine Kamera für den PK-Raum und das Outdoor-Areal im Gepäck. Als erster ORF-Regisseur seit 1976 wird Michael Kögler zudem im Auftrag des IOC die internationale Regie beim Biathlon verantworten.