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19.04.2012

NHL: Play-offs der fliegenden Fäuste

In den ersten 19 Play-off-Partien gab es soviele Strafminuten und Sperren wie schon lange nicht.

Faustkämpfe, krachende Checks und Massenschlägereien – dass es in den Play-offs der NHL hart zur Sache geht, ist bekannt. In diesem Jahr hingegen scheint "Fairness" zum Unwort zu verkommen. Gegenspieler werden mit dem Kopf voran in die Banden geknallt, bekommen Ellenbogen ins Gesicht, oder gar den Schläger an den Kehlkopf gedrückt. "In all meinen Jahren habe ich noch nie eine erste Runde mit so vielen Problemen für die Liga gesehen", sagt Neil Smith, einst Manager der New York Rangers und nun TV-Experte.

 In den ersten 19 Play-off-Partien gab es 724 Strafminuten – so viele, wie seit 2006 nicht mehr – und an sechs Tagen elf Spieldauer-Disziplinarstrafen, fünf mehr als in der gesamten K.-o.-Runde 2011. Von den 13 Schlagzeilen am Dienstag auf der NHL-Internetseite handelten sechs von Spielsperren oder Verletzungen.

"Behutsameres Eishockey?"

 Dabei ist die Liga seit dieser Saison bemüht, die Sicherheit der Spieler in den Vordergrund zu stellen und beispielsweise Stöße zum Kopf oder Nacken hart zu sanktionieren. In der Vorrunde ging es tatsächlich friedlicher zu. In den Play-offs hingegen ist das Animalische in die Arenen zurückgekehrt. "Behutsameres Eishockey? Das ist, als wenn man eine fettfreie Pizza bestellt", schrieb USA Today.

Höhepunkt war bisher die dritte Partie zwischen den Philadelphia Flyers und den Pittsburgh Penguins. Mit 158 Strafminuten haben beide Erzrivalen eindrucksvoll bewiesen, warum ihre Duelle als "Schlacht von Pennsylvania" gelten. Selbst die Stars, Sidney Crosby und Claude Giroux prügelten aufeinander ein – obwohl beide in dieser Saison bereits mit Gehirnerschütterungen hatten pausieren müssen.