Sport | Wintersport
16.03.2016

NHL: Es könnten wieder mehr Tore fallen

Die National Hockey League plant Regeländerungen, die Tore erleichtern dürften.

Es ist selten, dass Sportler Regeländerungen zu ihrem eigenen Nachteil beantragen. Umso verwunderlicher mutet es also an, dass einige der besten Torhüter der National Hockey League beim für sie zuständigen Goaltending Supervisor Kay Whitmore - selbst ein ehemaliger NHL-Goalie - um Regeländerungen angesucht haben, die es den Stürmern erleichtern sollen, Tore zu schießen.

Tatsächlich sind unter den Torhütern unter anderem Braden Holtby von den Washington Capitals und Cory Schneider, Torhüter der New Jersey Devils. Sie brachten, gemeinsam mit einer nicht näher benannten Gruppe von Torhütern, den Vorschlag ein, dass die Ausrüstung der Keeper ab der kommenden Saison kleiner werden soll. Konkret sollen die Pads an den Beinen, aber auch die Polsterung am Oberkörper auf ein für die Sicherheit notwendiges Mindestmaß reduziert werden.

"Die besten Goalies der Liga wollen kein großes Zeug"

Dem Antrag zufolge sei es heutzutage auch als mittelmäßiger Keeper zu einfach geworden, Pucks zu halten oder abzuwehren. "Wenn es wieder etwas mehr Talent braucht, um auf dieser Position zu spielen - so sei es", sagte Whitmore. Die Keeper wünschen sich, dass die Position wieder mehr vom Geschick und den Reflexen der Spieler abhängt, anstatt das Fehlen desselben mit enormer Ausrüstung kompensieren zu können. "Die besten Goalies der Liga wollen kein großes Zeug tragen", so Whitmore. "Sie wollen das Thema ein für alle Mal erledigt haben und sagen können: 'Wir sind großartig, ganz egal, was wir tragen'."

Dass durch diese Änderung die Torquote der NHL - die in den vergangenen Jahren konstant gesunken ist - dadurch wieder in die Höhe schnellen könnte, will Whitmore nicht unterschreiben. "Steigt dadurch die Torquote? Ich weiß es nicht. Das wird sich zeigen, und es ist nicht der Grund, warum wir das tun." Für Keeper, die sich nicht an die neuen Ausrüstungsregeln halten, soll es eine Sperre von zwei Spielen geben.

"Man will ja nicht, dass der Puck einfach nur von großen Typen abprallt", so Whitmore weiter. "Und ich glaube, die Goalies selbst hatten das Gefühl, dass es einen größeren Unterschied geben sollte zwischen den besten Goalies der Liga und den anderen."Die neuen Regeln sollen ab der Saison 2016/2017 in Kraft treten. Ihre erste Anwendung könnten sie jedoch außerhalb der NHL finden - beim World Cup of Hockey in Toronto Ende September.