Sport | Wintersport
21.11.2017

Moser-Pröll zu Übergriffen: "Da gehören zwei dazu"

Ski-Legende Annemarie Moser-Pröll gab bei ServusTV an, von den Missbrauchsfällen im Skisport nichts mitbekommen zu haben.

In der Diskussion um die Missbrauchsvorwürfe der ehemaligen Skirennläuferin Nicola Werdenigg hat sich am Dienstag in den Abendnachrichten von ServusTV auch Skilegende Annemarie Moser-Pröll zu Wort gemeldet. Österreichs Jahrhundert-Sportlerin, eine Teamkollegin von Werdenigg, bedauerte den Vorfall, meinte aber auch: "Ich hätte mich zu wehren gewusst".

Vergleich mit Ski-Liebespaaren

Moser-Pröll sagte außerdem: "Da gehören immer zwei dazu". Sie verwies darauf, dass es im Skisport "nicht aus der Welt" sei, dass Pärchen zu einander finden und nannte Beispiele wie Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, oder Benni Raich und Marlies Schild. "Die sind auch nicht vergewaltigt worden", sagte Moser-Pröll. Auf Twitter sorgten die Aussagen für Aufregung.

Zuvor hatte bereits ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel gesagt, er könne "das eine oder andere Pantscherl nicht ausschließen. Aber ein Pantscherl ist ja auch kein Übergriff".

Betreuer "in schlechtes Licht gerückt"

"Es tut mir leid für Trainer und Betreuer und Serviceleute. Die alles gegeben haben und nun in ein schlechtes Licht gerückt werden", sagte Moser-Pröll. Nicht im TV-Interview zu hören, aber laut Vorab-Presseaussendung von ServusTV habe Moser-Pröll in ihrer Karriere nichts von sexuellem Missbrauch mitbekommen. "Solange ich im aktiven Rennsport mit dabei war, hat sich bei uns überhaupt nichts zugetragen, nicht das Geringste", wurde Moser-Pröll zitiert.

Ihre Ex-Kollegin Werdenigg hatte das Thema "sexueller Missbrauch" auch in den heimischen Skisport gebracht. Die Abfahrts-Staatsmeisterin von 1975 sprach über Übergriffe durch "Trainer, Betreuer, Kollegen und Serviceleute", die in den 70er Jahren völlig "normal" gewesen seien. Die heute 59-jährige Werdenigg sei selbst mit 16 Jahren von einem Mannschaftskollegen vergewaltigt worden.