Sport | Wintersport
20.01.2012

Morgenstern stürzt, Stoch siegt

Der Pole feiert in Zakopane einen Heimsieg. Kofler verbessert sich vom 14. auf den dritten Platz.

Nicht gut meinte es der Wettergott mit den österreichischen Skispringern im 1. Durchgang des Weltcup-Skispringens im polnischen Zakopane.

Gegen Ende des Durchgangs, als die Besten drankamen, wurde der Schneefall immer stärker, die Führenden im Weltcup waren chancenlos.

Am schlimmsten erwischte es Thomas Morgenstern, der nach der Landung stürzte. Der Kärntner blieb unverletzt, grinste unmittelbar nach seinem Sturz wieder in die Kameras. "Ich hab` wegen des Schnees überhaupt nichts mehr gesehen", sagte Morgenstern. Und lachte. "Es werden auch wieder glücklichere und schönere Tage kommen." Neben Morgenstern verpassten auch Anders Bardal (NOR) und Martin Koch (Ö) die Qualifikation für den Finaldurchgang.

Nach dem 1. Durchgang waren die Österreicher weit abgeschlagen, Gregor Schlierenzauer 12., Andreas Kofler 14.

Im Final-Durchgang rettete Kofler, was zu retten war. Er verbesserte sich mit einem 130-m-Satz noch vom 14. auf den dritten Platz hinter dem Polen Kamil Stoch und dem Deutschen Richard Freitag. Halbzeit-Leader Severin Freund (D) fiel auf Platz 10 zurück.

"Ich gratuliere dem Sieger, der kann am wenigsten dafür", meinte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner: "Bei der Erwartungshaltung in die Fußstapfen eines Adam Malysz in Polen zu treten, das heißt etwas."

Allerdings zeigte sich Pointner vor allem mit der reaktionslosen Jury im Finish des ersten Durchgang unzufrieden, als man bei immer dichter werdendem Schneefall nicht einmal eine Pause in Erwägung zog. Der Schnee habe sowohl im Anlauf als auch im Aufsprung "gestoppt". "Bardal ist im Anlauf normal der schnellste und war weit weg, auch Gregor war zwei km/h langsamer. Fünf Minuten später war kein Schneefall mehr." Dieses Zuwarten wäre man den besten Springern eigentlich schuldig, klagte Pointner.

Nach dem Ausfall von Bardal nach dessen 109-m-Satz hat Pointner daher sogar kurz überlegt, seine restlichen Springer nicht mehr abzulassen. "Es entwickelt sich in eine Richtung, wo Athleten vorgeführt werden. Die Besten, die die Verantwortung übernehmen, müssen den Kopf für so etwas hinhalten. Ich war heute knapp dran, nach Bardal ein Zeichen zu setzen und es zu stoppen", betonte der gebürtige Oberösterreicher. "Von der FIS bzw. der Jury hat es niemand interessiert."

Schlierenzauer nur 18.

Gregor Schlierenzauer hatte auch im 2. Durchgang kein Wind-Glück, fiel auf Platz 18 zurück und schüttelte gleich mehrmals den Kopf. Der Rückstand im Weltcup auf Leader Kofler beträgt damit für Schlierenzauer bereits 89 Punkte. An dritter Stelle liegt Anders Bardal mit 106 Punkten Rückstand vor Thomas Morgenstern (149).

Am Samstag (16.30 Uhr, live in ORFeins und Eurosport) folgt in Zakopane das zweite Springen.

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