Miller überrascht in Beaver Creek

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Der Routinier schlägt auf der Raubvogelpiste zu, verweist Feuz und Kröll auf die Plätze. Streitberger, Reichelt in Top Ten.

Der größte Fehler, den seine Kritiker und seine Gegner begehen können, ist es, Bode Miller zu unterschätzen. Mit seinen nunmehr 34 Jahren ist der Amerikaner nicht nur für die Rivalen eine ernstzunehmende Größe, sondern längst auch für die Verantwortlichen des Internationalen Skiverbandes - als Athletensprecher hatte Miller am Dienstag für die Absage des ersten Trainings für die Abfahrt in Beaver Creek gesorgt, nachdem etliche seiner Kollegen Bedenken angesichts einer zu schwierigen Passage geäußert hatten.

Dieser Erfolg sollte nicht der einzige des Amerikaners bleiben in dieser Rennwoche in Colorado, die ja kommende Woche mit drei der vier in Val d'Isère abgesagten Rennen in die Verlängerung geht: Am Freitag brannte der 34-Jährige, der längst aus der ersten Startgruppe gefallen ist, schon mit Startnummer 12 eine Bestzeit in den Schnee, an der sich alle anderen die Zähne ausbissen.

Wertschätzung

Ob es an der neuen Wertschätzung liegt, die sich Miller in dieser Woche verschafft hat? Sei's drum: "Ich habe getan, was ich konnte, ich habe jedes Tor touchiert - und mehr Risiko wäre auch gar nicht möglich gewesen", sagte Miller, während Klaus Kröll mit Nummer 18 den Berg hinunterraste.

Mit nur 14 Hundertstelsekunden Rückstand auf Miller schien der Öblarner schon der Beste des Rests der Skiwelt zu werden, im unteren Streckenteil holte der 31-jährige Steirer gar knapp eine halbe Sekunde auf die Bestzeit auf - doch am Ende kam es wie schon zuletzt in Lake Louise: Beat Feuz, der erst 24-jährige Schweizer Wunderwuzzi aus dem Emmental, ließ Kröll hinter sich, dieses Mal um eine Zehntelsekunde. Und weil sein Landsmann Didier Cuche Probleme bekundete und nicht über Platz neun hinauskam, ist Feuz nun auch der überlegen Führende im Abfahrtsweltcup.

Revanche

Am Samstag entfällt das wellige Flachstück im oberen Teil der Raubvogel-Piste von Beaver Creek. Super-G wird ab 19.00 MEZ gefahren (live ORFeins, SF2, Eurosport), und mehr noch als am Freitag sind zwei Österreicher auf der dadurch noch anspruchsvolleren Strecke unter den Favoriten: Georg Streitberger, im vergangenen Jahr Sieger in Beaver Creek und in der Abfahrt guter Achter, sowie Hannes Reichelt (am Freitag Zehnter), der 2005 und 2007 ganz oben stand.

"Es würde reichen, wenn dich der Masseur rausschubst", beschreibt Reichelt die Steilheit, die ihn und seine Kollegen am Samstag am Start erwartet. "Antauchen brauchst' hier nicht." Der Maishofener Georg Streitberger fährt erst das vierte Rennen seit seinem schweren Sturz in Chamonix im Jänner. Doch sein Ziel ist klar: "Ich will im Super-G wieder ganz vorne mitfahren in diesem Winter."

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011