Mesotitsch zählt sich zu den Favoriten

Nach zwei vierten Plätzen peilt Daniel Mesotitsch im Einzel eine Medaille an. Dabei setzt er auf seine Treffsicherheit.

Müsste Daniel Mesotitsch einen Biathlon-Bewerb erfinden, er würde wohl genauso aussehen, wie der Einzelwettkampf, der am Dienstag (15.15 Uhr, live in ORFeins) in Ruhpolding auf dem WM-Programm steht. Das Einzel, die traditionellste aller Biathlon Disziplinen, ist nämlich wie gemacht für den Mann aus dem Rosental.

In diesem Bewerb kommen seine Vorzüge am besten zur Geltung, hier hat er seine größten Erfolge (zwei Weltcupsiege) gefeiert, und eben im Einzel zielt Mesotitsch nach zwei vierten Plätzen in Sprint und Verfolgung auf die lang ersehnte Medaille ab. "Im Einzel gehöre ich zu den Favoriten", meint der 35-Jährige.

Kühler Kopf

Es ist der Modus, der dem treffsicheren Mesotitsch in die Karten spielt. Im Einzelbewerb über 20 Kilometer, in dem 20 Schüsse abgefeuert werden, hat ein Fehler am Schießstand nicht wie sonst üblich eine Strafrunde zur Folge, sondern hier bekommt der Biathlet für jeden Patzer eine Strafminute aufgebrummt.

Umso wichtiger werden daher ein kühler Kopf und ein ruhiges Händchen, denn die beste Laufform ist nichts wert, wenn die Schüsse das Ziel verfehlen. "Im Einzel gilt die Faustregel: Wenn du mit einem Fehler durchkommst, dann bist du ganz vorne dabei", erklärt Dominik Landertinger.

Eine so beeindruckende Treffer-Quote hat im österreichischen Lager vor allem Mesotitsch im Repertoire. Der Kärntner zählt bisher zu den besten Schützen bei dieser Weltmeisterschaft: In Sprint und Verfolgung hat er von 30 Schüssen 28 ins Ziel gebracht. Trotzdem haderte er mit seiner Performance am Schießstand. "Ein Fehler weniger und ich hätte in der Verfolgung eine Medaille geholt."




Ruhige Hand

Der erste Frust ist längst einer Vorfreude auf den Auftritt im Einzelbewerb gewichen. Mesotitsch hofft auf Gerechtigkeit ("Ich habe mir eine Medaille verdient") und setzt auf seinen gutem Umgang mit dem Gewehr. "Wenn ich treffe, ist alles möglich."

Ein Motto, das im Biathlonsport nicht immer Geltung hat, wie das Beispiel Christoph Sumann zeigt: Der steirische Routinier hatte im Sprint eine makellose Trefferbilanz, in der Loipe verlor der als starker Langläufer bekannte Sumann dann allerdings zwei Minuten.

Beim stets optimistischen 36-Jährigen, der im Vorjahr noch eine WM-Medaille geholt hatte, regiert mittlerweile die Ratlosigkeit. "Ich komme vom ersten Meter nicht mit der Spitze mit. Wenn ich so laufe, dann komme ich beim 20er nicht einmal ins Ziel."


( Kurier ) Erstellt am 06.03.2012