Meister Black Wings: "Realistisch bleiben"

Der Pokal des Eishockey-Meisters.
Foto: dapd Ein großer Pokal für eine lange Saison.

Eishockey: Nach dem Gewinn des 2. Meistertitels wurde in Linz nicht nur geträumt, sondern auch nüchtern analysiert.

Die fünfte Partie wurde eigentlich gar nicht fertig gespielt. 1,7 Sekunden vor Spielende brachen alle Dämme, als der Linzer Gregor Baumgartner zum 3:1-Endstand. Danach knallten die Sektkorken, brachen alle Dämme. Die 1,7 Sekunden – sie dürften einfach von der Uhr gestrichen worden sein. "Es ist so viel Last von den Schultern gefallen. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll", sagte der siegreiche Kapitän Philipp Lukas. "Eishockey ist wie eine Ehe, man muss die guten und schlechten Phasen überstehen, und das haben wir heuer meisterlich geschafft", sagte Lukas, bevor er den Pokal stemmte.

"Wir müssen realistisch bleiben. Um mit Linz Meister werden zu können, muss alles passen", resümierte Bruder Robert Lukas. Der Verteidiger war am Tag nach dem Triumph als einziger ansprechbar, weil er keinen Alkohol trinkt und die Feierlichkeiten bei ihm keine Spuren hinterlassen haben. Also analysierte er nüchtern: "Das ist nicht möglich", sagte er auf die Frage, was passieren müsse, um dauerhaft mit Linz um den Titel spielen zu können. "Wir haben nicht die Möglichkeiten wie andere Vereine. Daher müssen wir den Triumph umso mehr schätzen."

Von einer neuen Halle wagt der 33-Jährige nicht zu träumen. "Die brauchen wir nicht, sondern einfach nur mehr Plätze", sagt Präsident Peter Freunschlag. "Die Keine-Sorgen-Eisarena war in dieser Saison in allen Heimspielen mit 3650 Fans ausverkauft. Im Play-off hätten wir pro Spiel 10.000 Tickets verkaufen können." Ein Ausbau auf 7000 Plätze wäre für den Klubboss optimal.

 

Zusammentreffen

Das Top- und das Flop-Team der Eishockey-Liga Foto: KURIER

Die Bereitschaft seitens der Stadt Linz ist da. Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal (S) sagt: "Wir haben vereinbart, dass wir uns nach der Saison zusammensetzen und nach Möglichkeiten suchen."

Mittlerweile dürfte allen klar sein, dass die Eishockeyspieler in Linz an erster Stelle stehen. "Wir haben mehr Fans als der LASK und Blau-Weiß zusammen", wagt Freunschlag einen kleinen Seitenhieb in Richtung der Fußball-Fraktion.

Indes ist klar, dass in der Meistersaison trotz Titelprämien schwarze Zahlen geschrieben werden. Freunschlag: "Wir kalkulieren immer nur mit dem Erreichen des Play-off und steigen daher garantiert mit einem Plus aus."

Während man in Linz die Lösung gemeinsam finden will, gibt es in Klagenfurt keine Einigkeit. Eine neue Halle ist beim Rekordmeister längst ein Thema. Die Stadt Klagenfurt ließ nun verlautbaren, dass höchstens ein Ausbau der aktuellen Messehalle auf eine Kapazität von 6000 Plätzen zu finanzieren ist. Das lehnt der KAC jedoch ab.

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(kurier) Erstellt am
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