Kärntner Wucht: Matthias Mayer kennt in seiner Heimat Gott und die Welt.

© APA/EPA/ANTONIO BAT

Interview
12/19/2014

"Der Olympia-Ski ist im Museum in Lausanne"

Matthias Mayer über die Grödner Saslong und die Vorbereitung auf die großen Höhepunkte.

von Wolfgang Winheim

Olympiasieger.Matthias Mayer, 24, war im Super-G von Lake Louise vor zwei Wochen Zweiter und im Grödener Training als Neunter bester Österreicher.

KURIER: Was hat sich seit Ihres Olympiasieges geändert? Orten Sie einen größeren Bekanntheitsgrad. Sprechen Sie die Stewardessen im Flugzeug an?

Ja.Das tun sie. Vor dem Flughafen in Wien bin ich für die AUA auf der flächenmäßig größten österreichischen Werbung drauf. Und daheim in Kärnten begrüßt mich der Herr Pfarrer höchstpersönlich von der Kanzel herunter.

Was bedeutet Ihnen Weihnachten?

Sehr viel. Eine Zeit der Besinnung, die ich wie Ostern nicht missen möchte.

Noch deuten die Abfahrtsresultate nicht auf weihnachtlichen Frieden hin. So hat ÖSV-Vizepräsident Michael Walchhofer die Leistungen des österreichischen Abfahrtsteams kritisiert. Ist hier in Gröden eine Steigerung zu erwarten?

Ich betrachte Gröden als Vorbereitung auf die großen Höhepunkte im Jänner: auf Wengen und Kitzbühel und danach auf die WM im Februar in Beaver Creek. Bei mir liegt es definitiv am noch fehlenden Vertrauen in meine Fähigkeiten und in die Geschwindigkeit.

Wofür es in Ihrem Fall bedingt durch die unfreiwillige Trainingspause nach dem Riesenslalom-Sturz im Oktober eine Erklärung gibt. Noch viel länger war Ihre Zwangspause vor zwei Jahren gewesen. Denken Sie noch gelegentlich daran, wie sie aufgrund einer mutmaßlichen Lebensmittelvergiftung 15 Kilo verloren haben und vorübergehend sogar im Rollstuhl gesessen sind?

Diese Zeit werde ich nie vergessen. Und nachträglich gesehen hat diese Krankheit vielleicht zu meiner Karriere dazugehört. Weil sie einen Reifeprozess in mir bewirkt hat.

Ärgert Sie die aktuelle Kritik am ÖSV-Abfahrtsteam?

Wenn die Leistungen ausbleiben, muss man mit Kritik rechnen. Nur so wild reindreschen braucht man auch wieder nicht. Oft genügen ein, zwei Top-Platzierungen und alles dreht sich wieder um.

Was halten Sie von der Grödener Saslong-Piste und den berüchtigten Kamelbuckeln?

Bei den Buckeln war im ersten und einzigen Training viel Überwindung dabei. Der erste Buckel wird bis zum Rennen wohl etwas abgetragen werden. Aksel Lund Svindal hat mir heuer während des Trainingslagers in Feuerland gesagt, dass Gröden jene Weltcupstrecke ist, auf der es für Favoriten am schwierigsten ist zu gewinnen. Auch Läufer mit hohen Nummern haben dort immer wieder für Überraschungen gesorgt.

Starten Sie noch mit Ihrem Olympiasieger-Ski von Sotschi?

Nein. Der Head-Ski befindet sich beim Internationalen Olympischen Komitee im Museum in Lausanne.

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