Linz schoss die Capitals in den Urlaub

Nach dem 8:3 im letzten Viertelfinale gegen die Wiener beginnt für die Black Wings am Dienstag das Semifinale.

So eine Blamage hätten selbst Wiener Berufspessimisten nicht erwartet. 3:8 (0:3, 1:5, 2:0) gingen die Vienna Capitals im alles entscheidenden Viertelfinalspiel bei den Black Wings Linz unter. Dabei hatten die Linzer schon 8:0 geführt.

Damit beginnt in Wien die Aufarbeitung einer letztendlich doch verkorksten Saison, Linz darf sich auf die am Dienstag beginnende Semifinalserie gegen Laibach vorbereiten. Die Capitals erreichten erstmals seit 2004 nicht das Semifinale.

Das Spiel in Linz war schon nach zehn Minuten entschieden. Es waren wohl die besten im Viertelfinale der Linzer und die schlechtesten der Vienna Capitals. Die Black Wings, bei denen Kapitän Philipp Lukas trotz seiner Knieverletzung ein Comeback gab, führte schon nach drei Torschüssen 3:0.

Die Linzer zeigten jene Qualität, die sie schon in den anderen Viertelfinal-Duellen ausgezeichnet hatte. Denn die Chancenauswertung näherte sich der 100-Prozent-Marke. Zu Beginn des Mitteldrittels drängten die Wiener auf den Anschlusstreffer, schnürten die Linzer Minuten lang ein. Doch das rote Licht leuchtete nur hinter dem Wiener Tor auf. Es schien gar nicht mehr auszugehen. Nach 35 Minuten stand es 8:0 für Linz.

"Man muss die Leistung der Linzer würdigen. Aber sie haben mit jedem Schuss getroffen. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Das 0:4 war der Killer. Wir haben die Chance vergeben, eine beschissene Saison vergessen zu lassen", sagte ein fassungsloser Wiener Kapitän Benoît Gratton. "Das war wie in einem Drama", ergänzte Verteidiger André Lakos.

Casparssons 1:8 (40.), Ferlands 2:8 (52.) und Bjornlies 3:8 (58.) hatten nur noch statistischen Wert.

Kopflos

Wiens Trainer Tommy Samuelsson war nach dem Debakel entsetzt: "Wir haben zu oft unsere Positionen verloren und haben dann kopflos agiert." Am Mittwoch, 10 Uhr findet in Kagran das erste Meeting statt. "Ich werde mit jedem Spieler über diese Saison reden", sagt der Schwede, der die Frage stellte: "Warum sind wir ausgeschieden, wenn wir in fünf von sieben Spielen die bessere Mannschaft waren?"

Capitals-Präsident Hans Schmid dankte den Wiener Fans, von denen 500 die Blamage in Linz live sahen: "Es war trotzdem ein gutes Jahr. Eine Mannschaft kann man verändern, was wir natürlich jetzt auch machen werden. Die neue Halle aber steht als attraktive Heimat für die Zukunft der Fans."

Vom derzeitigen Team haben lediglich François Fortier, André Lakos und Rafael Rotter einen Vertrag, es werden wohl mehr als ein Dutzend neuer Spieler nach Wien kommen. Fix ist nur, dass die neue Saison im August mit den Spielen in der European Trophy beginnen wird.

7. und entscheidendes Spiel:
Black Wings Linz - Vienna Capitals 8:3 (3:0,5:1,0:2)
Linz, 3.650 (ausverkauft), SR: Gebei/Kincses
Tore: Irmen. (1.), Mairitsch (4.), Hisey (9., 32./PP), Grabher Meier (28.), Oberkofler (32.), Keller (35.), Ouellette (35./PP) bzw. Casparsson (40./PP), Ferland (52./PP), Björnlie (59.)
Strafminuten: 8 bzw. 14
Endstand der Serie: 4:3, Linz im Semifinale gegen Ljubljana. Das zweite Halbfinale bestreiten Zagreb und der KAC.

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( Kurier ) Erstellt am 04.03.2012