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01.04.2012

Linz ist Eishockey-Meister

Nach einer nahezu perfekten Saison krönten sich die Black Wings zum zweiten Mal nach 2003 zum Meister.

Es war angerichtet am Sonntag in der Keine-Sorgen-Eisarena in Linz. Über 3800 Fans waren in die Halle gequetscht worden, viele weitere wollten in einem eigens aufgestellten Bierzelt direkt daneben mittels Vidi-Wall dabei sein, wenn die Black Wings Linz zum zweiten Mal nach 2003 nach der nationalen Eishockey-Krone greifen.

Und sie alle sollten nicht enttäuscht werden. Am Ende waren die Oberösterreicher obenauf. Den Grundstein für den Sieg im fünften Spiel legte die Truppe von Coach Rob Daum nach einem torlosen Anfangsdrittel im Mittelabschnitt.

Der erste Treffer der Linzer war ein Geschenk der Gäste. In Unterzahl gelingt den Klagenfurtern der Befreiungsschlag – Linz Goalie Alex Westlund befördert die Scheibe allerdings postwendend wieder in Richtung Angriffsdrittel, wo sich durch den schlechten Wechsel der KAC-Spieler plötzlich eine Vier-gegen-eins-Situation für die Linzer ergibt. Verteidiger Curtis Murphy – der überragende Spieler der Linzer in dieser Saison – entscheidet sich für den richtigen Pass und Ouellette schließt problemlos ab (24.).

Unglück

Beim 2:0 fünf Minuten später war – aus Klagenfurter Sicht – auch eine Portion Pech im Spiel. Der puckführende David Schuller rutscht im Angriffsdrittel aus, Lebler schnappt sich die Scheibe und bedient mit einem weiten Pass Justin Keller ideal, der Kanadier ließ Andy Chiodo im KAC-Tor keine Chance und trifft über die Stockhand ins Klagenfurter Tor.

Doch der KAC steckte nicht auf, ließ sich auch durch das zweite Tor nicht aus dem Konzept bringen. Mit dem Anschlusstreffer 31 Sekunden vor Ende des Mittelabschnitts sollten sich die Kärntner dann auch selbst belohnen. Kirisits bezwang Westlund, der kurz zuvor gegen Dieter Kalt in höchster Not mit einer Glanztat retten konnte, mit einem Schuss aus spitzem Winkel.

Trotz der Drittelpause blieb das Momentum zu Beginn des Schlussdrittels auf Seiten der Gäste, die wie aus der Pistole geschossen Druck auf das Linzer Tor ausübten. Herburger hatte mit einem Schuss an die Stange allerdings Pech.

Doch die Linzer überstanden die Druckphase der Klagenfurter und wenige Minuten vor dem Ende auch noch ein Überzahlspiel der Gäste letztlich mit Bravour. Am Ende versuchte es der KAC auch noch mit der Brechstange, brachte einen sechsten Feldspieler für Goalie Chiodo, allein es half nichts. 1,7 Sekunden vor dem Ende traf Gregor Baumgartner in das verwaiste Gehäuse zum 3:1-Endstand.

Der Jubel kannte keine Grenzen. "Ich bin sehr stolz, auf diese Mannschaft. Alle haben sehr hart gearbeitet", sagte Meistertrainer Rob Daum. "Linz ist ein würdiger Meister, sie waren in dieser Serie einfach kaltschnäuziger", meinte Christoph Brandner, der seine große Karriere mit dem Spiel beendete. Der 36-jährige KAC-Kapitän war 2003 Österreichs erster Torschütze in der National Hockey League.

EHC Black Wings Linz - KAC 3:1 (0:0,2:1,1:0)
Linz, 3.650 (ausverkauft), SR Smetana/Trilar
Tore: Ouellette (24./PP), Keller (29.), Baumgartner (60./EN) bzw. Kirisits (40.)
Strafminuten: 8 bzw. 10
Endstand in der Serie: 4:1, Linz damit Meister
Die Finalspiele: 2:3 (h), 3:2 (a), 6:2 (h), 4:1 (a), 3:1 (h)

All-Star-Team: Westlund (Linz); Trattnig (Salzburg), Murphy (Linz); Ouellette (Linz), Herburger (KAC), Hughes (Laibach).

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