Langlauf-Star Myllylä 41-jährig gestorben

Der Finne gewann sechs Olympia- und neun WM-Medaillen. Er wurde tot in seinem Haus gefunden.

Der Jubel ist verklungen", titelte am Mittwoch die finnische Zeitung Vasabladet. Einer der erfolgreichsten Wintersportler des Landes verließ die Bühne. Mika Myllylä wurde - nur 41 Jahre alt - tot aufgefunden in seiner Wohnung in Kokkola im Westen Finnlands. Er starb, weil er zu schnell gelebt hat.

Die Glanzzeit

Sechs Olympiamedaillen gewann der Top-Langläufer. 1998 in Nagano holte er Gold über 30 Kilometer, dazu zwei Mal Bronze, 1994 in Lillehammer Silber (50 km) und zwei Mal Bronze. Vier WM-Goldmedaillen rundeten eine Bilderbuch-Karriere ab.

Bei der Heim-WM 2001 in Lahti war er in einen Doping-Skandal verwickelt. Wie fünf seiner Teamkollegen wurde auch ihm Doping nachgewiesen. Myllylä wurde daraufhin für zwei Jahre gesperrt. Zwar kehrte er noch einmal in die Loipe zurück, fand aber nie mehr zur alten Form zurück.

Der Absturz

"Die Tragödie ist eine Untertreibung. Es ist sogar noch schlimmer", schreibt Vasabladet. Myllylä, dessen Familie nach der Scheidung zerbrach, kämpfte nach seiner Karriere mit Alkohol- und seit 2006 mit Herzproblemen - wohl eine Folge des jahrelangen Dopings. Geld verdiente er mehr schlecht als recht mit Immobilien, daneben gab es Vorstrafen wegen Körperverletzung. Sein Schicksal erinnert an ein anderes finnisches Idol: Die Karriere von Skisprung-Ass Matti Nykänen verlief ähnlich spektakulär und teilweise tragisch wie jene von Myllylä.

Myllylä sagte kurz vor seinem Ableben: "Der Sport hat mir viel gegeben, aber er hat mir auch viel genommen." Sein Kampf ging am Dienstag zu Ende. Es war ein einsamer Kampf. Myllylä starb allein.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011