Kröll gewinnt Abfahrts-Weltcup

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Dem Salzburger reicht Rang sieben in der letzten Abfahrt. Aksel Lund Svindal gewinnt vor Beat Feuz.

Als Klaus Kröll am Mittwoch im Zielraum von Schladming abschwang und die Zahl 6 auf der Ergebnistafel aufleuchten sah, hatte der 31-jährige Lokalmatador aus Öblarn mit dem Abfahrtsweltcup eigentlich schon abgeschlossen. "Ich hab’ mich so geärgert..." Der Grund?

"Ich habe am Start nicht mitbekommen, wie Didier Cuche gefahren ist." Der 37-jährige Verfolger im Kampf um die kleine Kristallkugel war am Dienstag klare Trainingsbestzeit gefahren, war daher Favorit und Grund für Krölls Ärger über sich selbst. Bei der letzten Abfahrt seiner 18-jährigen Ski-Karriere landete der Schweizer Routinier aber dann nur auf Rang 17.

 

"Ich hab`s schon nicht mehr geglaubt"

Als eineinhalb Minuten nach Klaus Kröll Cuches Landsmann Beat Feuz an selber Stelle mit der zweitbesten Laufzeit im Auslauf stand, begann für den Steirer der aufregendste Teil des Rennens: Das Warten und Rechnen, ob sein siebenter Platz reichen würde, um den Abfahrtsweltcup zu holen – es reichte. Kröll sollte in die Fußstapfen von Michael Walchhofer treten, der 2009 die bislang letzte Abfahrtskugel für Österreich holte.

Doch bis zu dieser Erkenntnis standen Kröll noch bange Momente bevor: Keine Zeit, die Skibrille abzunehmen, keine Zeit für Gespräche – gebannt starrte der 1,86-Meter-Hüne auf die Video-Leinwand in der Zielarena: "Das waren sicher nur ein paar Minuten, aber mir ist es wie ein halber Tag vorgekommen", gestand der Familienvater, der am Mittwoch nicht nur sich selbst beschenkte, sondern auch seinen sechsjährigen Sohn Tim: "Er hat heute Geburtstag – das ist ein super Geschenk. Es ist einfach unglaublich."

Am Dienstag hatte Georg Streitberger an der Aussagekraft des Trainings gezweifelt. Einen Tag später schied der 30-Jährige nach einem Fahrfehler aus und sollte Recht behalten. Der Favorit Didier Cuche stand mit hängendem Kopf im Zielraum: "So einen Abschied habe ich mir natürlich nicht gewünscht. Ich bin enttäuscht. Nicht wegen der Kugel, sondern wegen meiner Leistung", sagte der vierfache Abfahrts-Weltcupsieger.

Favorit Feuz

Genau anders herum erging es Aksel Lund Svindal – der Norweger, am Dienstag gestürzt, war am Mittwoch nicht zu bremsen und siegte mit fast sechs Zehntelsekunden Vorsprung. Damit pirscht sich Svindal (1131 Punkte) auch im Gesamtweltcup an die Führenden Feuz (1330) und Marcel Hirscher (1195) heran. Titelverteidiger Ivica Kostelic (mit 1064 Punkten Vierter) hat den Kampf um den Gesamtweltcup hingegen bereits aufgegeben und wird im Super-G nicht mehr antreten.

Ein anderer Ex-Gesamtweltcupsieger hat sich für den Super-G hingegen viel vorgenommen: Benjamin Raich. Motiviert durch den für ihn sensationellen fünften Abfahrtstrang sagt er: "Ich kann am Donnerstag siegen und damit vielleicht Hirscher helfen." Gleiches beabsichtigt auch der Abfahrtsdritte Hannes Reichelt.

1. Aksel Lund Svindal (NOR) 1:46,81
2. Beat Feuz (SUI) 1:47,38 +0,57
3. Hannes Reichelt (AUT) 1:47,48 +0,67
4. Didier Defago (SUI) 1:47,65 +0,84
5. Benjamin Raich (AUT) 1:47,79 +0,98
6. Yannick Bertrand (FRA) 1:47,84 +1,03
7. Klaus Kröll (AUT) 1:47,85 +1,04
8. Jan Hudec (CAN) 1:48,05 +1,24
9. Adrien Theaux (FRA) 1:48,15 +1,34
10. Benjamin Thomsen (CAN) 1:48,16 +1,35
11. Christof Innerhofer (ITA) 1:48,33 +1,52
12. Carlo Janka (SUI) 1:48,37 +1,56
13. Erik Guay (CAN) 1:48,42 +1,61
14. Dominik Paris (ITA) 1:48,69 +1,88
15. Joachim Puchner (AUT) 1:49,01 +2,20
16. Alexis Pinturault (FRA) 1:49,10 +2,29
17. Didier Cuche (SUI) 1:49,36 +2,55
18. Romed Baumann (AUT) 1:49,45 +2,64
19. Peter Fill (ITA) 1:49,46 +2,65
20. Andrej Sporn (SLO) 1:49,90 +3,09

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Erstellt am 14.03.2012