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Sport Wintersport
12/05/2011

Kostelic, der "routinierte Fuchs"

Der Weltcup-Titelverteidiger ist kein Mann der großen Worte: "Ich hoffe, dass ich wieder an der Spitze mitmischen kann."

Vergangene Saison hat sich Ivica Kostelic mit einem beeindruckenden Vorsprung von 400 Punkten die große Kristallkugel für den Gewinn des Gesamtweltcup gesichert. Vor allem bei den Rennen hat im Jänner hat der 31-Jährige Kroate satt zugegriffe und mit sieben Siegen in 14 Rennen 999 geholt.

Nach seinen Zielen für den kommenden Ski-Winter befragt, gibt er sich wenige Tage vor Saisonstart noch zurückhaltend: "Ich hoffe, dass ich wieder an der Spitze mitmischen kann. Und ich möchte mich in Riesentorlauf und Abfahrt verbessern."

Es fällt ihm schwer ein klares Ziel zu definieren, nicht zuletzt aufgrund des Trainingsrückstandes nach seiner, am 20. April vorgenommene Operation am rechten Knie. "Ich habe durch die Operation sehr viele Schneetage verloren. Dieses Manko muss ich jetzt kompensieren. Ich hoffe, dass ich im Verlauf der Saison in Form komme."

Gesundheit

Kostelic hatte nach dem Eingriff am Knorpel sechs Wochen Schmerzen. Erst im Juli durfte er wieder das Skitraining aufnehmen, bis dahin feilte Kostelic intensiv an seinem körperlichen Zustand, vor allem an der Kondition. "Ich habe die Dinge einfach so genommen, wie sie sind, und versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Ich war leider schon oft verletzt in meiner Karriere. Deshalb weiß ich, was zu tun ist."

Deutlich offensiver in seiner Einschätzung ist da schon Fischer-Renndirektor Siegfried Voglreiter: "Ivica ist ein routinierter Fuchs. Wenn er gesundbleibt, dann ist wieder dasselbe wie vergangene Saison möglich. Es gibt keinen anderen Athleten auf der Welt, der in allen Disziplinen derart voll punkten kann. Aus dieser Rechnung ergibt sich fast schon logisch, dass er ein Weltcup-Anwärter ist."

Konkurrenten

Als schärfste Konkurrenten im Gesamt-Weltcup sieht Kostelic die üblichen Verdächtigen wie Carlo Janka oder Aksel Lund Svindal, er hat aber auch die aufstrebenden Jungen Marcel Hirscher und Kjetil Jansrud bereits auf der Rechnung.

"Hirscher ist ein Kandidat, wenn er im Slalom und Riesentorlauf dominiert", sagte Kostelic über den Salzburger. Zum erweiterten Kreis der Favoriten zählen auch Benjamin Raich, Romed Baumann, Didier Cuche, Silvan Zurbriggen, Ted Ligety und die "Wundertüte" Bode Miller.