Kassenschlager Kitzbühel

Geld und Ruhm: Ein Kitzbühel-Sieg bringt mehr als zwei Lauberhorn-Erfolge. Schon ab Dienstag, beginnt das Streif-Spektakel.

So viel Schnee wie schon lange nicht, so viele Empfänge wie alle Winter wieder, so hohe Siegesprämien wie sonst nirgendwo. Die Kitzbüheler garantieren auch bei der 72. Auflage ihrer Hahnenkamm-Rennen alpine Superlative.

Die Sieger von Abfahrt (Samstag) und Slalom (Sonntag) werden mit je 70.000 Euro belohnt. Zum Vergleich: Für je zwei Siege wurde dem kroatischen Lauberhorn-Triumphator Ivica Kostelic (54.545 brutto) und dem österreichischen Adelbodener-Doublegewinner Marcel Hirscher (65.900 brutto) von den Schweizer Veranstaltern weniger Preisgeld überwiesen, als ein einziger Kitzbühel-Erfolg bringt.

Selbst an die Platzfahrer wird im Tiroler Zentrum des Geldadels gedacht. Während Nachzügler in anderen Weltcup-Orten meist leer ausgehen und froh sein müssen, dass sie zum Nulltarif nächtigen dürfen, gibt’s für den 20. Platz in Abfahrt oder Slalom immerhin 1100 und für den 30. Rang 600 Euro brutto.

Der Super-G ist, obwohl in der Ära von Hermann Maier jahrelang Österreichs Paradedisziplin gewesen und mindestens ebenso risikoreich wie andere Alpinbewerbe, den Organisatoren nicht ganz so viel wert. "Nur" 50.000 statt 70.000 für den Gewinner, "nur" 23.000 statt 33.000 für Platz zwei.

Bedenken

Und wenn sich die – gegenüber Franz Klammers Zeiten ungleich präziser gewordenen – Wetterprognosen bewahrheiten, dann gehen die Super-G-Spezialisten schuldlos leer aus. Denn für Freitag, an dem der Super-G angesetzt ist, wird im zurzeit noch bitterkalten Kitzbühel der Höhepunkt eines Warmwettereinbruchs mit Regen bis hinauf in den Startbereich erwartet.

Die befürchteten Wetterkapriolen sind auch der Grund, weshalb das erste Abfahrtstraining auf der Streif schon auf Dienstag 11.30 Uhr, vorverlegt wurde.


( Kurier ) Erstellt am 17.01.2012