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Jacobsen-Schuh
01/02/2013

Patschen-Kino im Adlerhorst

Die Österreicher drückt weiter Jacobsens Schuh.

von Christoph Geiler

Schuh. Das geflügelte Wort dieser Tournee ist tatsächlich Schuh. Seit Tagen wird rund um den Schanzentisch über nichts anderes mehr geredet als über das mysteriöse Innenleben der Spring-Patschen von Anders Jacobsen. Von geheimnisvollen Laschen ist da die Rede, von speziellen Schienen, die den Norweger erst zum Überflieger machen. Chefcoach Alexander Pointner ("ich weiß nicht, wie er aussieht, aber es sind Schienen, die man nach Bänderrissen im Knöchel verwendet und in jeder Apotheke kriegt") philosophierte bei seiner Halbzeit-Bilanz fast eine halbe Stunde über das norwegische Schuhwerk.

Viel Lärm um nichts? Nichts als heiße Luft? "Das ist Poker, das ist Bluff. Wenn man zum richtigen Zeitpunkt etwas anderes bringt und die anderen werden nervös, hat man etwas erreicht", sagte Norwegens Coach Alex Stöckl im Ö3-Interview.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Österreicher Opfer ihrer eigenen Hysterie werden. Schon bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver hatte Simon Ammann die ÖSV-Springer auf dem falschen Fuß erwischt. Der Schweizer war damals mit einer neuen Bindung samt Bindungszapfen aufgetaucht. Die Folge: Die ÖSV-Trainer redeten von nichts anderem mehr, und Ammann lachte sich mit seinem Bindungszapfen-Streich am Ende ins Fäustchen (zwei Mal Gold).

Die Athleten nerven die Diskussionen sichtlich. "Etwas, was selbst fliegt, gibt es nicht", sagt Thomas Morgenstern. Und Gregor Schlierenzauer, der sich in Garmisch noch über die Schuhe beschwert hatte, meinte: "Ich habe eine tolle Ausgangsposition, alles ist möglich."

Alexander Pointner weiß freilich nicht recht, was er von der Debatte halten soll. "Die Frage ist: Bringt diese Schiene was? Sonst geh’ ich in die Apotheke, schnall’ jedem von uns eine Schiene an – und wir fliegen eine Ehrenrunde über Innsbruck."

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