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19.12.2011

"Historischer Sieg" der Salzburger Cracks

Eishockey: Salzburg gewann die European Trophy und ist somit Europas neue Nummer eins. Der Bewerb kämpft um Anerkennung.

Es gab ein großes Saisonziel für den Eishockeyklub Red Bull Salzburg. Den Gewinn der European Trophy. Seit Mai zielt bei Österreichs Meister alles auf das selbst mitorganisierte Turnier ab.

Am Sonntag, knapp vor 23 Uhr, war es dann so weit. Nach Erfolgen gegen Pardubice und Linköping wurde im Finale der finnische Spitzenklub Jokerit Helsinki mit 3:2 besiegt.

Für den vierfachen Meister ist das wohl der größte Erfolg der Klubgeschichte, da Gegner besiegt wurden, gegen die Teams aus Österreich normalerweise krasse Außenseiter sind.

Salzburgs Trainer Pierre Pagé meinte nach dem Finale sogar: "Das ist ein historischer Sieg. Die European Trophy wird immer größer und stärker. Viele realisieren das aber noch nicht, was da Großes heranwächst."

Wild Card

Und genau da relativiert sich der Erfolg schon auch ein wenig. Kein Teilnehmer nahm den Bewerb so ernst wie Salzburg. Außerdem gibt es keine sportliche Qualifikation dafür. Jeder Klub, der mitmachen möchte und sich die Reisekosten leisten kann, ist ein potenzieller Kandidat.

Gespielt wird die European Trophy in der Vorrunde als Vorbereitung für die nationalen Meisterschaften. Die Vienna Capitals zum Beispiel belegten in der East Division den sechsten und letzten Rang. Salzburg wurde in der West Division Dritter, verpasste damit die sportliche Finalqualifikation, bekam als Veranstalter des Finalturniers aber eine Wild Card.

Eine sportliche Abwertung ergab sich auch durch den Termin während einer Liga-Pause, die für die Nationalteams reserviert war. So musste Salzburg auf fünf Teamspieler verzichten, Finalgegner Helsinki ließ Klub-Topscorer Teemu Pulkkinen sogar zur Vorbereitung auf die Unter-20-WM ziehen, die erst am 26. Dezember beginnt.

Der Star

Aber Salzburg hatte die finanzielle Kraft, die Ausfälle mit Leihspielern zu kompensieren. Und mit NHL-Star Marty Turco kam nicht nur eine schillernde Persönlichkeit nach Salzburg und Wien, sondern auch ein Spitzentormann, ohne den die Salzburger wohl kaum Turniersieger geworden wären.

Trotz des hohen Niveaus haben die Zuschauer das Turnier nicht angenommen: Weder in Salzburg noch in Wien gab es heuer Liga-Spiele mit so wenigen Fans.


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