Marcel Hirscher ist auch in Zagreb der große Favorit auf den Sieg.

© REUTERS/STEFANO RELLANDINI

Ski Alpin
01/06/2015

Hirscher auf Rekordkurs

Slalom-Festspiele in Zagreb – und eine Tragödie im US-Alpinteam.

von Wolfgang Winheim

Ein ob seiner Härte gefürchteter ehemaliger niederösterreichischer Landesliga-Verteidiger überreichte in Zagreb der Amerikanerin Mikaela Shiffrin den Siegespokal. Kann der zum Osteuropa-Vorstand der Mobilkom aufgestiegene Gablitzer Fußballer Bernd Schmutterer als Zagreber Weltcup-Sponsor am Dreikönigsabend (1. Durchgang: ab 15 Uhr/ 2. Durchgang: ab 18.10 Uhr) auch Marcel Hirscher zum Triumph gratulieren?

Wie das Damen-Rennen wird auch der Herren-Slalom vor den Toren der kroatischen Hauptstadt eine Völkerwanderung zum 1016 Meter hohen Bärenberg auslösen. Obwohl Lokalmatador Ivica Kostelic, 34, im Gegensatz zu den vergangenen Jahren nicht zu den heißen Sieganwärtern zählt. Zuletzt machte er auch keine Raiffeisen-Werbung auf seinem Schutzhelm mehr.

Quotenrätsel Matt

Giebelkreuzträger Hirscher wird von Wettanbietern als Topfavorit geführt. Gelingt dem Salzburger, der die letzten beiden Zagreber Slaloms gewonnen hat, der Hattrick, dann bekämen jene, die auf ihn einen Euro setzen, nur 2,20 Euro. Madonna-Sieger Felix Neureuther (Quote 3,50) gilt als zweiter Favorit. Ein Erfolg von Mario Matt brächte hingegen den 15-fachen Wetteinsatz. So haben die Buchmacher auf das Ausscheiden des Olympiasiegers bei allen bisherigen drei Slaloms der Saison reagiert. Doch (der verkühlt gewesene) Hirscher traut Matt jederzeit einen Triumph zu. Für die anderen ÖSV-Routiniers (Benjamin Raich und Reinfried Herbst) wäre schon ein Top-Ten-Platz ein Erfolg.

Raich und Matt haben es in ihrer Karriere ebenso wie Hirscher auf jeweils 14 Slalomsiege gebracht. Der wesentlich jüngere Hirscher (25) könnte sich somit heute zum erfolgreichsten ÖSV-Slalomfahrer der Weltcupgeschichte küren und in der internationalen Erfolgsstatistik mit Kostelic gleichziehen.

Zahlenspiele

Auf Platz 1 liegt Ingemar Stenmark mit 49 Slalomsiegen, gefolgt von Alberto Tomba (35), Marc Girardelli (16) und Kostelic (15).

Hirscher wird nach der Zagreber Flutlichtshow von seinen Kurzcarvern wieder auf längere Skier umsteigen, zumal am Samstag der Riesenslalom-Klassiker von Adelboden folgt. Hirschers Atomic-Markenkollegin Mikaela Shiffrin hingegen flog zurück in die USA, um im WM-Gelände von Beaver Creek zu trainieren.

An den Speed-Bewerben in Bad Kleinkirchheim nimmt die Slalom-Queen am Wochenende nicht teil. Dafür steht in Kärnten ihre Landsfrau Lindsey Vonn im Mittelpunkt, wird doch spekuliert, dass Vonn am Wochenende ihr 62. Rennen gewinnt und damit mit Rekordhalterin Annemarie Moser gleichzieht.

Lawinen-Opfer

US-Chefcoach Patrick Riml hat derzeit ganz andere Sorgen: Der Tiroler musste gestern die Eltern zweier amerikanischer C-Kader-Rennläufer am Telefon über ein tragisches Unglück informieren. Ihre Söhne waren beim Skifahren im freien Gelände in der Weltcup-Region nahe des Rettenbachferners unter eine Lawine geraten. Für beide kam jede Hilfe zu spät. Sie hatten sich in Sölden, wo Riml zu Hause ist, mit dem US-Nachwuchsteam auf Trainingslager befunden.

Die US-Slalomfahrer starten heute in Zagreb mit Trauerflor.

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