Dieser Koffer soll das kasachische Team belasten.

┬ę honorarfrei/BK

Biathlon
02/09/2017

Hausdurchsuchung wegen Dopingverdacht

Das kasachische Team durfte aber an der Mixed-Staffel am Donnerstag teilnehmen.

Die ├Âsterreichische Bundeskriminalamt hat am Mittwoch bei einer Hausdurchsuchung im Teamquartier der kasachischen Biathlon-Nationalmannschaft in Waidring Tirol zahlreiche medizinische Produkte und Medikamente sowie Mobiltelefone sichergestellt.

Aufgrund vorangegangener Ermittlungen bestehe Dopingverdacht, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Es wurde danach ├╝berpr├╝ft, ob einerseits Verst├Â├če gegen das Anti-Doping Bundesgesetz vorliegen und andererseits der Tatbestand des Sportbetruges nach dem Strafgesetzbuch erf├╝llt sei, hie├č es.

Erste Funde schon im J├Ąnner

Der Razzia mit 30 Beamten am Mittwochabend waren Ermittlungen nach dem Fund verd├Ąchtiger Gegenst├Ąnde und Aufzeichnungen vorausgegangen. Im J├Ąnner 2017 sei bei einer Tankstelle in Osttirol von einer Privatperson beobachtet worden, wie die Insassen von mehreren Kleinbussen bei einer Tankstelle einen gr├Â├čeren Karton entsorgt haben. Darin befand sich eine betr├Ąchtliche Menge an gebrauchtem medizinischen Einwegmaterial, wie Einwegspritzen, Infusionen und Ampullen sowie handschriftliche Aufzeichnungen, die auf einen Dopingvorgang schlie├čen lie├čen.

Au├čerdem seien diverse Akkreditierungen f├╝r Veranstaltungen der Internationalen Biathlon Union (IBU) gefunden worden, erl├Ąuterte die Polizei. Die medizinischen Produkte und Medikamente ├╝bergab man einem Kontrollorgan der Nationalen Anti-Doping Agentur Austria (NADA). Diese verst├Ąndigte nach Begutachtung die Spezialisten des Referats f├╝r Wettbetrug, Doping und Arzneikriminalit├Ąt im BK. Deren Auswertung der Dokumente und der handschriftlichen Aufzeichnungen lasse darauf schlie├čen, dass der Karton samt Inhalt den Kasachen zuzuordnen sei, hie├č es weiters.

Deshalb wurde im Auftrag der Staatsanwaltschaft Innsbruck die Hausdurchsuchung genehmigt. Diese fand mit Unterst├╝tzung des Landeskriminalamtes Tirol am Mittwochabend statt. Anschlie├čend seien in Abstimmung mit der IBU von der NADA Austria Urin- und Blutkontrollen durchgef├╝hrt worden.

Kasachen durften starten

Ungeachtet der Funde durften die Kasachen aber an der WM teilnehmen, weil es nur einen Verdacht gab. Deshalb kann der internationale Verband keine Disziplinarma├čnahmen setzen. ÔÇ×Wir vertrauen voll auf die Ermittlungen der Beh├Ârden, denn bisher wissen wir nicht, ob es sich um verbotene Substanzen oder verbotene Methoden handelt. Erst dann k├Ânnen wir Ma├čnahmen treffenÔÇť, sagte IBU-Generalsekret├Ąrin Nicole Resch.

Wann weitere Ermittlungsresultate der Polizei zu erwarten sind, ist noch nicht abzusch├Ątzen. ÔÇ×Die Polizei wird alles daran setzen, die strafrechtliche Verantwortlichkeit zu kl├ĄrenÔÇť, bekr├Ąftigte Innenminister Wolfgang Sobotka (├ľVP). Die Ergebnisse der Dopingtests sollten in den n├Ąchsten Tagen vorliegen.

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