Hattrick für Höhenflieger Kofler

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Andreas Kofler schwebt nach dem dritten Sieg im dritten Springen des Winters weiter auf Wolke sieben.

Da war's dann wieder. Das geflügelte Wort im Reich der Adler, der Inbegriff der Leichtigkeit des Seins und die Kennmarke für Höhenflüge. "Ich hab' im Moment einen Flow-Zustand", meinte Andreas Kofler nach seinem jüngsten Coup auf der Großschanze von Lillehammer, dem dritten Sieg im dritten Springen in diesem Winter.

Der Flow also. Niemand weiß genau, wer Andreas Kofler diesen Flow tatsächlich ins Ohr gesetzt hat, aber er lässt den Tiroler Luftikus offenbar auf Wolke sieben schweben. "Wenn du Erfolge hast, macht dich das dermaßen stark, dass dich nichts aus der Ruhe bringen kann", erklärt der 27-Jährige.

Leichtigkeit

Tatsächlich wirkt der Tiroler in diesem Winter völlig losgelöst. Die chronischen Rückenprobleme in der Vorbereitung? Alles halb so wild. Die zweimonatige Sprung-Pause vor dem Weltcupauftakt? Kein Problem. Der lästige, drehende Wind in Lillehammer? Alles nur eine Frage der richtigen Einstellung.

"Wenn du Zweifel hast, springst du nicht weit", sagt Kofler, "du brauchst Sicherheit, um gut zu sein."

Gut? Eine maßlose Untertreibung. Andreas Kofler ist in diesem Winter ein springender Superlativ. Die Erfolge verleihen ihm Flügel, mit jedem Flug auf das Siegespodest steigt die Selbstsicherheit, die mittlerweile in ungeahnten Höhen angelangt ist. Ein Zustand, der an Koflers Triumphzug bei seinem Tourneesieg 2009/2010 erinnert. Wie sich so ein Höhenrausch anfühlt? "Du krachst die Sprünge einfach nur runter", erzählt Kofler.

Sein dritter Saisonsieg war ein Triumph der Souveränität. Zwar war der Tiroler mit seinen Sprüngen auf 125,5 und 129 Meter in beiden Durchgängen nicht der Weiteste - sechs Athleten sprangen weiter - doch er hatte bei der norwegischen Windlotterie auch die schwierigsten Verhältnisse.

Aufholjagd

Deshalb war's auch keine große Überraschung, dass das kuriose Halbzeit-Ergebnis - der Slowene Tepes führte vor dem Italiener Morassi - im zweiten Durchgang noch durcheinander gewirbelt wurde und Kofler vom fünften Platz auf die Pole Position flog.

Auf 130 Zähler ist sein Vorsprung im Gesamtweltcup bereits angewachsen - sein erster Verfolger Gregor Schlierenzauer wurde Vierter - und spätestens seit seinem Tourneesieg ist dem Tiroler alles zuzutrauen. Das weiß auch Kofler. "Damals hat es bei mir klack gemacht."

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Erstellt am 05.12.2011