Salzburger Routine: Hannes Reichelt hat noch immer nicht ausgelernt.

© APA/EPA/ROBERT PARIGGER

Interview
12/19/2014

"Meine Freundin will nicht, dass ich dick werde"

Ski-Ass Hannes Reichelt über Kritik, Gröden-Spezialisten und sein Körpergewicht.

von Wolfgang Winheim

Hannes Reichelt, 34, bestreitet in Gröden (12:15, live ORFeins) die erste Abfahrt auf europäischem Schnee seit seines Abfahrtssieges am Hahnenkamm und einer Bandscheiben-Operation zwei Tage danach. In dieser Saison gewann der Salzburger in Beaver Creek den Super-G, im einzigen Grödener Training belegte er Rang zehn.

KURIER: Ihr Stern war vor zwölf Jahren mit einem zweiten Rang im Super-G in Gröden aufgegangen. Danach verrieten Sie, dass Sie in der Musikkapelle Radstadt fürs Waldhorn zuständig sind. Werden Sie am Freitag in der Grödener Abfahrt der Konkurrenz den Marsch blasen?

Hannes Reichelt: Das Waldhorn blase ich nach wie vor. Nur werden in Gröden einige etwas dagegen haben. Es sind sehr viele Gröden-Spezialisten am Start. Gute Gleiter, die auch in den Kurven samt ihren 100 Kilo keine Nasenbohrer sind. Ich bring nur 84 Kilo auf die Waage.

Aber Sie könnten doch gewichtsmäßig zulegen?

Meine Freundin will nicht, dass ich dick werde.

Ihre Freundin ist eine ehemalige Südtiroler Rennläuferin. Sie haben in Meran auch eine gemeinsamen Wohnung. Und somit in Gröden Heimvorteil?

Sie kommt trotzdem nicht zum Rennen. Weil ich gerade dann, wenn sie dabei war, nix derfahren hab’.

Was in der jüngeren Vergangenheit allerdings selten der Fall war. So haben Sie ein halbes Jahr nach ihrer Bandscheiben-OP schon wieder den schwierigen Super-G in Beaver Creek gewonnen. Können Sie die Kritik ihres Salzburger Landsmannes Michael Walchhofer am österreichischen Speed-Team nachvollziehen?

Nicht wirklich. Aber vielleicht hat der Walchi in seinem Hotel in Zauchensee in der Vorweihnachtszeit noch zu wenig zu tun gehabt. Aber man wird, was Kritik betrifft, mit der Zeit zum Elefanten.

Trotz Ihres Abfahrtssieges in Kitzbühel fühlen Sie sich angeblich immer noch nicht wie ein richtiger Abfahrer. Stimmt das?

Ja schon. Ich gehöre auch nach wie vor wie Matthias Mayer der Spartengruppe Riesenslalom an. Mit der war ich im Sommer beim Schneetraining in Feuerland. Ich bin ein feinfühliger Fahrer. Ein einziger Millimeter bei der Position am Ski kann schon entscheidend sein. Das habe ich durch unzählige Video-Analysen und Standbilder herausgefunden.

Kann Sich ein Routinier wie Sie von Kjetil Jansrud noch etwas abschauen?

Durchaus. Es ist eine Freud’, ihm zusehen. Er ist für mich in Gröden der große Favorit.

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