"Es gab schon fairere Springen"

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Der Bewerb in Oberstdorf konnte nur wegen der neuen Wind-Regel durchgeboxt werden.

Es brauchte mehrere Anläufe und mehr als dreieinhalb Stunden, bis in Oberstdorf endlich ein Sieger ermittelt war. Vor wenigen Jahren wäre bei ähnlich widrigen und wechselhaften Bedingungen noch jedes Springen abgeblasen worden, doch die neue Windregel erlaubt es, praktisch jeden Bewerb durchzuboxen. Meist auf Kosten der Fairness und einiger Skispringer, die der Lächerlichkeit preisgegeben werden. "Es gab schon fairere Springen", meinte der österreichische Chefcoach Alexander Pointner.

Früher hatten Wettkämpfe abgebrochen und neu gestartet werden müssen, wenn sich während eines Durchgangs die Wetter-Verhältnisse und Anlauflänge veränderten. Inzwischen regelt das ein komplizierter Punkteschlüssel: Hat ein Springer besseren Wind, werden ihm Punkte abgezogen, hat ein Springer weniger Anlauf, bekommt er Zähler gutgeschrieben.

Offiziell wurde die Wind-Regel eingeführt, um größere Chancengleichheit zu gewährleisten, willkommener Nebeneffekt: Die FIS und die TV-Stationen haben größere Planungssicherheit. Doch auch Pointner stellt klar: "Bei jedem Wetter kann man halt nicht skispringen."

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Erstellt am 30.12.2011