Sport | Wintersport
01.03.2013

Erste Niederlage für Caps gegen Znaim

Die Tschechen kommen in Wien zu einem umkämpften 4:3-Erfolg. Linz und der KAC landen klare Heimsiege.

Die Vienna Capitals haben im Viertelfinale der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) ihren ersten Rückschlag einstecken müssen. Die Wiener kassierten gegen Znaim am Freitag eine 3:4-Heimniederlage nach Verlängerung und liegen in der "best of seven"-Serie nur noch mit 2:1 voran.

Meister Black Wings Linz (5:0 gegen den VSV) und Rekordmeister KAC (5:1 gegen Graz 99ers) gingen dank der klaren Heimsiege mit 2:1 in Führung. Am Sonntag (17.30 Uhr) geht es in die vierte Runde.

Gerissener Faden

Sechs Mal haben sie es probiert, sechs Mal ist nichts passiert. Im siebenten Versuch gelang Znaim der erste Saisonsieg gegen die Vienna Capitals. Die Tschechen gewannen vor 5550 Zuschauern in Kagran überraschend mit 3:4 (1:0, 0:3, 2:0/0:1) nach der Verlängerung und verkürzten in der Best-of-seven-Serie auf 1:2. Am Sonntag geht es in Znaim weiter.

Beide Teams begannen sehr vorsichtig und verteidigten umsichtig. Sowohl die Capitals als auch die Znaimer ließen im ersten Drittel im Spiel fünf gegen fünf kaum Chancen zu. Nur im Powerplay hatten die Tormänner alle Hände voll zu tun. Nach dem die Wiener fast sechs Minuten Unterzahl überstanden hatten, nutzten sie eine Zwei-Mann-Überzahl durch Fortier zum 1:0 (20.).

Doch wie schon beim 3:1-Erfolg in Znaim folgte im zweiten Drittel der Rückfall. Henry, Lattner und Havlik erzielten die Tore zur verdienten 3:1-Führung. Verdient, weil die Wiener fehleranfällig wurden.

Spannend wurde es dennoch wieder. Denn Olsson verkürzte nach idealer Vorarbeit von Andre Lakos aus kurzer Distanz auf 2:3 (51.). Die Wiener nahmen fortan mehr Risiko und zwangen Znaim auch zu mehreren Fouls. Doch eine 30 Sekunden lange Zwei-Mann-Überzahl in Minute 54 blieb ungenützt.

Nur 21 Sekunden vor der vermeintlichen Schlusssirene traf Fraser zum vielumjubelten 3:3 (60.). Somit ging die Partie in die Verlängerung. Und dort hatten die Znaimer dank der Referees Kellner und Veit leichtes Spiel. Denn die Capitals waren durch zwei fragwürdige Zwei-Minuten-Strafen geschwächt. Strömberg erzielte in der 70. Minute das 4:3.

Capitals-Coach Tommy Samuelsson sagte: „Wir brauchen die Schuld nicht bei den Referees suchen. Ihre Leistung können wir nicht beeinflussen. Unsere schon. Man muss sich das Glück auch erkämpfen können.“ Kapitän Jonathan Ferland sprach ähnlich: „Jetzt wissen wir, dass es mit jedem Spiel härter wird.“

Das bestätigt auch Znaim-Coach Stloukal, der seinen Top-Scorer Jarousek nicht spielen ließ : „Er hatte am Dienstag keinen einzigen Torschuss. Er hat eine Nachdenkpause erhalten. Am Sonntag wird er das Spiel entscheiden.“

Massenschlägerei

Der KAC zeigte sich von der1:5-Auswärtspleitegut erholt und siegte vor allem dank der Einser-Linie. Zunächst ging es aber erstmals in dieser Serie so richtig zur Sache. In der 6. Minute lieferten sich alle Feldspieler eine Massenschlägerei, bei der sich KAC-Verteidiger Siklenka verletzte. Den Grazern gelang es in der Folge, den Rhythmus der Kärntner zu stören, Iberer vergab mit einem Schuss an die Innenstange sogar die Chance auf die Führung.
Lammers brachte den KAC schließlich voran, doch Latendresse gelang acht Sekunden vor der ersten Pause der Ausgleich. Im Mitteldrittel beruhigte sich die Partie. Dank der ersten Linie und Torhüter Swette, der gegenüber Chiodo den Vorzug erhalten hatte, zogen die Klagenfurter auf 3:1 davon. Im Schlussdrittel fixierten Scofield (44.) und Doell (50./PP) den klaren Sieg und prolongierten die Negativserie der Grazer in Klagenfurt. In der Stadthalle haben die 99ers seit 4. Jänner 2011 nicht mehr gewonnen.

Erstmalige Führung

Linz ging erstmals in dieser Serie gegen den VSV in Führung. Irmen (26.) sowie der überragende Hisey per Doppelpack und sehenswerten Toren (36., 52.) sowie in den Schlussminuten Engelhardt (58.) und Scholz (60.) sicherten den zweiten Sieg der Oberösterreicher, während bei den Kärntnern Ryan im ersten Drittel beim Penalty die Führung vergab (10.).

Beflügelt vom Auswärtssieg legte der wiedererstarkte Meister offensivfreudig los. Trotz beiderseits guter Gelegenheiten blieb das erste Drittel torlos. Im Mitteldrittel rückte Irmen in den Mittelpunkt. Der 28-Jährige vergab zunächst drei Großchancen, ehe er so wie am Dienstag in Villach erneut zur Linzer 1:0-Führung traf (26.). Und so wie vor drei Tagen legte Hisey mit dem 2:0 nach (36.). Im Schlussdrittel machten neuerlich Hisey, Engelhardt mit einem "empty net"-Treffer und Scholz den Kantersieg perfekt.

EBEL-Spiele vom Freitag

Vienna Capitals - HC Znojmo 3:4 n.V. (1:0,0:3,2:0;0:1)
Wien, 5.550, SR Kellner/Veit
Tore: Fortier (20./PP2), Olsson (51./PP), Fraser (60.) bzw. Henry (27.), Lattner (30.), Havlik (34.), Fiala (70.). Strafminuten: 14 bzw. 18

Stand in der Serie: 2:1

KAC - Graz 99ers 5:1 (1:1,2:0,2:0)
Klagenfurt, 4.895, SR Berneker/Dremelj

Tore: Lammers (19., 29.), Lundmark (23.). Scofield (44.), Doell (50./PP) bzw. Latendresse (20.)
Strafminuten: 30 plus 10 Disziplinar Kirisits, Zanoski bzw. 25 plus 10 Disziplinar Reinthaler

Stand in der Serie 2:1

Black Wings Linz - VSV 5:0 (0:0,2:0,3:0)
Linz, 3.650 (ausverkauft), SR Fussi/Trilar

Tore: Irmen (26.), Hisey (36., 52.), Engelhardt (58./empty net), Scholz (60./PP)
Strafminuten: 4 bzw. 8

Stand in der Serie: 2:1