ÖEHV-Präsident Dieter Kalt geht in die Offensive.

© APA/HELMUT FOHRINGER

Olympia-Nachwehen
04/08/2014

Kalte Dusche für die Party-Geher

Präsident Dieter Kalt nannte die Namen der am Saufskandal beteiligten Spieler.

von Peter Karlik

An jener Pressekonferenz, bei der eigentlich der Neuaufbau des Nationaltems und nicht der Saufskandal von Sotschi Thema sein sollte, konnte Dieter Kalt aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Nachdem auch die Ausführungen von Sportdirektor Alpo Suhonen und Teamchef Manny Viveiros keine Beruhigung in der Debatte über das Krisenmanagement nach Sotschi gebracht haben, platzte dem Verbandspräsidenten am Dienstagabend der Kragen.

In einer emotionalen Aussendung nannte er die Namen jener Spieler, die in Sotschi zwei Tage vor dem Spiel gegen Slowenien nicht in den um 23 Uhr beim Österreich-Haus bereitstehenden Bus eingestiegen sind. Kalt schreibt im Wortlaut: „Spieler wie Vanek, Grabner, Michael Raffl haben sich durch den Manager von Vanek geoutet. Ebenfalls Florian Iberer. Altmann hat sich sofort entschuldigt und sein Mitgehen zutiefst bedauert. Stefan Ulmer (jetzt verletzt) und Swette (als dritter Tormann nicht im Einsatz in Sotschi) waren ebenfalls dabei. Aber auch Pöck und Trattnig (!) kamen zu spät zurück und fuhren nicht mit dem Bus ins olympische Dorf.“

Trattnig im Fokus

Kalt stört es, dass Spieler den Verband nach dem Skandal kritisieren. „Ich bin nicht mehr bereit, diese unverschämte und beschämende Vorgangsweise einiger Spieler hinzunehmen.“ Konkret meint er hier Matthias Trattnig, der letzte Woche in einem Interview mit der Kleinen Zeitung sagte: „Es kann nicht sein, dass Spieler in zehn Tagen drei Mal einen Vollrausch haben. Am Ende spielen drei Betrunkene im Powerplay. Mir hat Olympia den Spaß am Nationalteam genommen. Das ist einer der Gründe, warum ich heuer nicht für die B-WM zur Verfügung stehe.“

Sportdirektor Alpo Suhonen sagte dazu im KURIER-Gespräch: „Man sollte eines nicht vergessen: Wer ist der Verband? Es sind die Spieler, die Trainer und die Führung. Es stehen alle in der Verantwortung.“ Von den geouteten Spielern sind nur Altmann und Swette dabei, wenn es am Donnerstag im ersten Test für die B-WM (20. April) in Wien gegen Slowenien geht.

Thomas Pöck erreichte die Information in Boston, wo er mit seiner Familie während des Sommers wohnt. Der Verteidiger, der nach Olympia seine Karriere beendet hat, war überrascht, dass sein Name im Zusammenhang mit der nächtlichen Eskapade und gemeinsam mit den richtigen Nachtschwärmern genannt wurde.

"Der Grund, warum wir nicht im Bus waren ist, weil wir geglaubt haben, dass er erst um 23.30 Uhr fährt und nicht um 23.00 Uhr. Wir waren eine halbe Stunde zu spät", erklärte Pöck im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Laut Pöck haben aber nicht nur er und Trattnig den Bus versäumt und daher den Zug ins Tal genommen, sondern auch vier oder fünf weitere Spieler. "Wir haben Manny (Anm.: Teamchef Viveiros) am nächsten Tag gesagt, dass wir den Bus versäumt haben und mit dem Zug gefahren sind", sagte der Klagenfurter. "Zwei nennt er, die anderen nicht", so Pöck.

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