Tom Pokel will sich ein paar Wochen Ruhe gönnen

© Georg Diener Agentur Diener/DIENER / Alex Domanski

Eishockey
02/23/2015

Ex-Capitals-Coach Pokel: "Burnout pur"

Der gefeuerte Coach traut den Wienern noch viel zu. Jim Boni wird Nachfolger.

von Peter Karlik

Betrachtet man die Geschichte der Vienna Capitals, dann kam die Trennung von Tom Pokel überraschend. Nach Kurt Harand im Oktober 2003 ist Pokel der erst zweite Trainer seit der Gründung im Jahr 2001, von dem sich der Klub vorzeitig trennt. Sowohl bei Jim Boni, als auch bei Kevin Gaudet und Tommy Samuelsson liefen die Verträge aus bzw. gab es Optionen zur Auflösung.

Betrachtet man jedoch die Statistiken der Capitals seit November, dann ist die Trennung von Tom Pokel sehr wohl nachzuvollziehen. Bei Capitals-Präsident Hans Schmid gibt es für einen Trainer drei Vorgaben: Immer in den Top vier sein, Heimspiele gewinnen und ins Semifinale kommen. Unter Pokel gab es nach dem sensationell guten Start (14 Siege in 17 Spielen und dem Champions-League-Achtelfinale) 14 Niederlagen in 25 Heimspielen, nach den beiden Niederlagen gegen Fehervar sind die Caps nur noch Sechster und ein Erfolg im Play-off scheint außer Reichweite zu gelangen. „Wir haben auch Verantwortung gegenüber unseren Fans und Sponsoren. Es herrschte schon eine gewisse Ratlosigkeit“, begründet Manager Franz Kalla, der mit Pokel Sonntagvormittag das letzte Gespräch geführt hat.

Der Meistermacher von Bozen 2014 nahm es gelassen, fühlte sich fast ein wenig befreit: „Natürlich war ich am Anfang geschockt. Aber der Klub musste etwas unternehmen nach den drei Heimniederlagen.“ Um die Capitals macht er sich keine Sorgen: „Das Team kann explodieren, wenn die Chancenauswertung wieder klappt. Dann ist es genauso Titelanwärter wie Salzburg oder Linz.“ Pokel will jetzt zur Ruhe kommen. „Ich habe drei Jahre mit meinem Job als italienischer Teamchef keinen Urlaub gemacht. Ich bin ausgebrannt – Burn-out pur.“

Die Zukunft

Für Pokel könnte es auch in der Liga weitergehen. Vor einiger Zeit gab es eine Anfrage eines Konkurrenten. Auch ein ausländischer Klub zeigte Interesse. Die Capitals, die gestern bei der 2:4-Niederlage bei Fehervar von Philippe Horsky gecoacht wurden, präsentieren heute den Nachfolger. Seit Mittwoch sind die Capitals auf dem Trainermarkt aktiv. Heute um 13 Uhr wird Jim Boni als neuer Trainer vorgestellt. Boni, der 2009 in Linz zuletzt eine Mannschaft trainierte und danach Sportdirektor in Ingolstadt war, kam am Vormittag mit dem Flieger aus Toronto in Wien an. Mit dem Italo-Kanadier sind holten die Capitals 2005 erstmals nach 43 Jahren den Titel nach Wien. Zum bislang letzten Mal.
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