Traurige Gestalten: Die Spieler haben bereits Urlaub.

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Eishockey
03/04/2014

6 Gründe für freien Fall des Rekordmeisters

Den Spielern am Scheitern des KAC die Schuld zu geben, wäre eine billige Variante.

von Peter Karlik

Was würde passieren, wenn Rapid die Saison auf einem Abstiegsplatz beenden würde? Richtig, die Liga würde aufgestockt werden.

In der Eishockey-Liga gibt es keinen Absteiger, weil es zu wenige Profiklubs gibt. Aber es ist ähnlich schlimm, als Titelverteidiger in einer 12er-Liga nicht ins Play-off der besten acht Teams zu kommen. Die Redenschreiber beim Villacher Fasching werden eine Hetz haben mit den Klagenfurtern.

Doch was führte zu dieser sportlichen Blamage? Sind die Fehler nur bei den Spielern zu suchen? Welche waren die Gründe für das Scheitern?

Die Klubführung Der KAC, der populärste Eishockeyklub Österreichs, ist organisiert wie ein Hobbyverein und nicht wie ein modernes Sportunternehmen. Zwar gab es einen Trainer (Christer Olsson), einen Co-Trainer (Dieter Kalt), einen Sportdirektor (Manny Viveiros), doch Entscheidungen wurden und werden von Hellmuth Reichel gefällt. Wer beim KAC etwas erreichen will, der muss nicht unbedingt durch Leistung auffallen, er muss sich mit Reichel gut stellen, denn dieser hat den direkten Draht zu Gönnerin Heidi Horten.

Transfers Mitentscheidend für den 30. Meistertitel waren Spieler wie Herburger und Hundertpfund in den hinteren Reihen. Wenn sich in einem Spiel die ersten beiden Legionärs-Linien neutralisierten, dann setzte sich der KAC dank der besseren Spieler in der dritten und vierten Reihe durch. Die Abgänge von Hundertpfund und Herburger konnten nicht ansatzweise ersetzt werden.

Mannschaftsgefüge Manchen Spielern wird in Klagenfurt wahnwitzig viel Geld bezahlt. Die Summen stehen in keiner Relation zu jenen, die verdiente Spieler bekommen. Außerdem bringen sich die Verantwortlichen mit Langzeitverträgen (bis zu fünf Jahre) für manche Spieler selbst um jeden Handlungsspielraum – finanziell und sportlich.

Trainer Christer Olsson und Dieter Kalt sind Top-Trainer. Sie haben vor einem Jahr aus einem Mittelständler den Meister geformt. Doch ihre analytischen Methoden scheinen bei manchen Spielern nicht funktioniert zu haben. Das Duo hat die Gegner bis ins letzte Detail analysiert. Vielleicht wäre die Villacher Variante, Spieler ohne große Vorgaben aber mit viel Spaß auf das Eis zu schicken, die bessere gewesen.

Verletzungen Oft eine Ausrede, beim KAC aber ein wesentlicher Faktor. Zu Saisonbeginn waren bis zu einem Dutzend Spieler gleichzeitig verletzt. Die verlorenen Punkte konnten nicht mehr aufgeholt werden.

Nachwuchsproblem Wenn Nachwuchstrainer lieber Titel gewinnen, als Profispieler ausbilden wollen, dann hat der Klub ein massives Problem. Denn dann werden in den Jugendmannschaften nur noch die besten Spieler forciert. Ein Klub wie der KAC müsste zumindest jede Saison zwei Nachwuchsspieler in die Profi-Mannschaft integrieren können.

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