Milam attackierte am Freitag einen Linesman

© APA/EXPA/THOMAS HAUMER

Eishockey
02/27/2016

Eine Sperre sorgt für Aufregung bei den Capitals

Milam muss nach der Attacke gegen einen Linesman für drei Spiele pausieren.

von Peter Karlik

Die eiserne Regel im Sport "Berühre nie einen Schiedsrichter" hat sich in den vergangenen Wochen in der Erste Bank Liga durch ein paar Ausnahmen aufgeweicht. Der Schlag des Salzburgers Brett Sterling gegen Linesman Daniel Soos wurde vor einer Woche als Unfall gewertet, und auch danach gab es in anderen Partien Szenen, die bedenklich waren.

Am Freitag beim Spiel Capitals gegen Villach sprang sieben Sekunden vor Schluss der Puck aus dem Angriffsdrittel der Wiener, weil er von Linesman Damir Rakovic abgelenkt worden war. Capitals-Verteidiger Troy Milam sah den Offiziellen frustriert an und schlug ihm leicht mit der Faust auf die Brust. Die Referees sprachen keine Strafe aus, doch am Samstag leitete die Liga ein Verfahren gegen Milam ein. Bis 15 Uhr musste Milam eine schriftliche Stellungnahme abgeben. Am späten Nachmittag wurde der Verteidiger für drei Spiele gesperrt, plus zwei auf Bewährung.

Das Urteil gegen Milam im EBEL-Video

In Wien herrscht Verwunderung darüber. Capitals-Manager Franz Kalla begründet: "Das ist paradox. Bei Sterling wurde es als Unfall gewertet und bei Milam, der sich bei der Berührung schon weggedreht hatte, kommt eine Sperre heraus." Für Verwunderung sorgt auch die Tatsache, dass vor dem Sterling-Urteil argumentiert worden war, dass es bei einer Schiedsrichterattacke nur eine sehr lange Sperre oder einen Freispruch geben kann. Eine Woche später gilt dieser Grundsatz nicht mehr. Denn drei Spiele sind für eine Attacke gegen einen Schiedsrichter sehr wenig.

Auch dass Salzburg im Falle einer Verurteilung von Sterling alles für einen Einspruch vorbereitet hatte, aber andere Vereine gar nicht wissen, dass es eine Einspruchsmöglichkeit gibt, macht kein gutes Bild von der Erste Bank Liga.

Der richtige Zeitpunkt

Wehren können sich die Capitals nur sportlich. Die Leistung beim 2:3 am Freitag war erschreckend schwach. Nur weil die Villacher so viele Chancen ausließen, blieb den Wienern ein Heim-Debakel erspart. "Wir haben genug Charakter, dass wir zurückkommen", kündigte Kapitän Jonathan Ferland vor dem Sonntag-Spiel in Villach an. "Die Villacher haben die meisten Zweikämpfe gewonnen." Aber auch taktisch hatten die viel zu weich auftretenden Capitals den Villachern nichts entgegenzusetzen. Trainer Jim Boni gab seinen Spielern eines mit: "Wenn sie etwas zeigen wollen, dann wäre jetzt der richtige Zeitpunkt."

Der Linzer Patrick Spannring wurde nach seinem Check gegen den Bozener Brandon Bell (erlitt einen Kreuzbandriss) ebenfalls für drei Spiele gesperrt.

Das Urteil gegen Spannring im EBEL-Video

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