Sport | Wintersport
23.01.2018

Drei russische Top-Favoriten fehlen bei Olympia

Mit Viktor Ahn, Anton Schipulin und Sergej Ustjugow verpassen drei hochkarätige Athleten die Olympischen Spiele.

Der sechsfache Short-Track-Olympiasieger Viktor Ahn, Biathlonstaffel-Olympiasieger Anton Schipulin sowie Langlauf-Doppelweltmeister Sergej Ustjugow verpassen die Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar). Wie das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROC) am Dienstag bekannt gab, fehlen die drei Athleten auf der Einladungsliste des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

In Südkorea dürfen russische Sportler infolge des großen russischen Doping-Skandals bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi nur unter neutraler Flagge antreten. Lediglich unbelastete russische Athleten "unter strikten Konditionen" sind beim IOC gefragt. Aus einem Pool von 500 Athleten sind bereits 111 Sportler gestrichen worden - darunter offenbar auch Ahn, Schipulin und Ustjugow.

ROC-Vizepräsident Stanislaw Posdnjakow bedauerte den Schritt des IOC. Die drei Sportler seien noch nie in Doping verwickelt gewesen, zitierte ihn die Agentur Tass. "Die vielen Proben, die sie im Lauf ihrer Karriere abgegeben haben, belegen, dass sie saubere Athleten sind", sagte Posdnjakow. Allerdings sei die Liste noch vorläufig. Man wolle beim IOC noch die Gründe für die fehlenden Einladungen erfragen. Die genaue Liste liegt jedenfalls auch zweieinhalb Wochen vor Beginn der Spiele nicht vor.

Aus dem Kreml hieß es, dass man die Entscheidung des IOC mit Bedauern zur Kenntnis nehme. "Wir haben diese traurige Nachrichten aus den Medien erfahren. Falls es so ist, bedauern wir das. Wir hoffen, dass Klarheit in diese Situation kommt", sagte Sprecher Dmitri Peskow.

Medaillen-Favoriten

Ahn (32) hatte bei den Winterspielen in Turin 2006 dreimal Gold und einmal Bronze für Südkorea gewonnen. 2011 wurde er nach einem Streit mit dem Verband russischer Staatsbürger und holte bei den Spielen in Sotschi 2014 wieder dreimal Gold und einmal Bronze. Nun dürften Ahn seine drei Goldmedaillen von 2014 vom IOC aberkannt werden, wie das zuvor bereits 20 anderen russischen Medaillengewinnern passierte. Pyeongchang wäre ein emotionaler Höhepunkt für den Superstar der in Südkorea populären Sportart gewesen.

Schipulin gewann mit der Staffel Bronze in Vancouver 2010 und Gold vor vier Jahren in Sotschi. Der 30-Jährige wäre in Pyeongchang auch im Einzel ein Medaillenkandidat gewesen. Der 25-jährige Ustjugow gewann bei der WM in Lahti im Vorjahr Gold im 30-km-Skiathlon und im Teamsprint.

Im Zuge der Sotschi-Ermittlungen waren von der IOC-Disziplinarkommission Ende des vergangenen Jahres insgesamt 43 russische Athleten lebenslang für Olympia gesperrt. Ihnen waren Dopingverstöße während der Winterspiele 2014 vorgeworfen worden. Sie wurden disqualifiziert, Medaillen wurden ihnen aberkannt. 42 Sportler haben vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gegen ihre lebenslangen Olympia-Sperren Einspruch eingelegt, verhandelt wird seit Montag in Genf.