Sport | Wintersport
05.12.2011

Die Kombinierer als Versuchskaninchen

Die Nordischen Kombinierer führen erstmals das Penalty Race durch - Christoph Bielerwird Achter.

Nur die Gewehre haben noch gefehlt. Dann wäre die Verwirrung endgültig perfekt gewesen auf den Loipen in Sjusjøen, und die Nordischen Kombinierer wären ernsthaft als verkappte Biathleten durchgegangen. Wo sie doch jetzt auch schon Strafrunden drehen. Richtig: Strafrunden.

Penalty Race heißt der jüngste Einfall des Internationalen Skiverbandes FIS, und der neue Bewerb ist, wie der Name schon sagt, eine Strafe. Das Penalty Race ist die Höchststrafe für jeden, der die Regeln erklären muss. Wer in den letzten Tagen in Lillehammer Athleten und Betreuer nach den Grundprinzipien dieses Wettkampfes befragte, der erntete Achselzucken und fragende Blicke.

Die genauen Details würden den Rahmen dieser Zeitung sprengen, daher die Kurzfassung des Penalty Race:

Regelkunde

Beim Springen gibt's vier verschiedene Landezonen, die sinnbildlich für Strafrunden stehen. Je kürzer ein Athlet springt, desto mehr Strafrunden (maximal vier) muss er im 10-Kilometer-Langlauf mit Massenstart drehen. Dabei kann der Athlet selbst entscheiden, wann er während des Rennens in die 150-Meter-Zusatzschleife abbiegt.

Zumindest darüber musste sich Christoph Bieler keine Gedanken machen. Als Gewinner des Skispringens brauchte er keine Strafrunde zu absolvieren, verwirrend blieb die Premiere des Penalty Race aber auch für ihn.

Durch die unterschiedlichen Renn-Strategien der Kombinierer - einige ließen sich mit den vier Strafrunden bis zum Ende Zeit und führten zwischenzeitlich das Feld an - ging der Überblick verloren, und Olympiasieger Bill Demong (USA) lief überhaupt gleich 150 Meter zu wenig. "Man kann etwas draus machen", meinte Bieler, der als bester Österreicher mit einer halben Minute Rückstand auf Eric Frenzel (D) als Achter ins Ziel kam.

Ob dieses Penalty Race tatsächlich der Nordischen Kombination auf die Sprünge hilft, bleibt freilich abzuwarten. In den letzten Jahren hatten die Kombinierer schon häufiger als Versuchskaninchen herhalten müssen (Hurricane-Start, Zwischensprint). Meist zum Ärger der Athleten. Wie meinte doch gleich Christoph Bieler? "Die Kombination ist zerrevolutioniert worden."

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