Die Eishockey-Zukunft

Spielszene aus Black Wings - Capitals.
Foto: apa Ausgerutscht: Die Capitals (links Benoît Gratton) haben im Sommer viel Arbeit zu verrichten.

Linz, KAC, Laibach und Zagreb kämpfen um den Finaleinzug. Indes plant der Verband den nationalen Schulterschluss

Für manche ist es eine Katastrophe, für die anderen ist es ein Zeichen, dass die internationale Erste Bank Eishockeyliga funktioniert. Nur zwei der vier Teams im Semifinale kommen aus Österreich.

Nach dem Ausscheiden von Meister Salzburg und den als Mitfavoriten gestarteten Vienna Capitals stellen sich mehrere Fragen über die Zukunft des Eishockey-Sports in Österreich.

Wie geht es weiter ...

... in Wien? Capitals-Trainer Tommy Samuelsson braucht Spieler, die taktische Vorgaben besser einhalten können. Deshalb stehen außer Rafael Rotter, André Lakos und Francois Fortier vor allem Legionäre zur Diskussion. Samuelsson wird mit jedem Abschluss-Interviews machen, um die Saison aufzuarbeiten und Lehren daraus zu ziehen.

... mit der Titelentscheidung? Sollte der Extremfall eintreten, dass KAC und Linz im Semifinale scheitern, dann gibt es Überlegungen, dass die beiden eine Best-of-three-Finalserie um den österreichischen Meistertitel austragen. "Wenn es so weit ist, werden wir uns mit der Liga zusammensetzen", kündigt Verbandspräsident Dieter Kalt an. Für die Idee spricht, dass die Teamspieler eine kürzere Pause bis zur WM hätten und die Hallen genauso voll wären wie in einem EBEL-Finale.

... mit der Liga? Dornbirn wollte aufsteigen, die wirtschaftliche Lage in Vorarlberg lässt ein Budget von 2,5 bis 3 Millionen Euro aber kaum zu. Innsbruck will weg aus der Nationalliga. Doch die Teilnahme an der italienischen Liga wurde vom österreichischen Verband untersagt.

Die Tiroler haben in den letzten Jahren den Nachwuchs so vernachlässigt, dass sie bei einer EBEL-Teilnahme eine komplett neue Mannschaft bräuchten, die sich sich nicht leisten können. Dass Jesenice nach dem finanziellen Kollaps und den Bestechungsvorwürfen gegen Wien als elfter Verein in der Liga bleibt, scheint unwahrscheinlich.

... dem nationalen Eishockey? Es kommt auf Druck des Verbandes und der Erste Bank zu einem nationalen Schulterschluss. Am 23. März wird das Austrian Hockey Board gegründet, in dem zwei Vertreter der Liga und zwei des Verbandes unter dem Vorsitz des Sponsors alle wichtigen Entscheidungen den Nachwuchs und die Liga betreffend beschlossen werden. Ab dann müssen alle über den Tellerrand blicken.

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(kurier / Peter Karlik) Erstellt am
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